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M1 - Verbockte Sondervorstellung mit Zirkus Renz

Waren wir vor zwei Wochen noch im Kuhstall zu Gast, sollte der Rahmen des Spiels in Unterensingen gleich eine Ecke exotischer ausfallen: Zirkus Renz campierte nämlich gerade zur rechten Zeit am Zielort, und lud auch gleich zur Sondervorstellung ein. Dazu erhoffte sich der Zirkusdirektor natürlich Extraeinnahmen durch die eigens aus Echterdingen importierte Sonderattraktion "HSG-Gäule" mitsamt Erfolgsdompteur Neukamm..

kameleDiese hatten zu Beginn allerdings eher Interesse an den eigentümlichen Artverwandten aus den trockeneren Gefilde(r)n und sollten sich auch später nicht gerade als Kassenschlager präsentieren. Aber dazu gleich mehr!

Dem Zirkusdirektor nacheifernd versuchte uns Dompteur Neukamm alles wichtige für den kommenden Auftritt mitzugeben. Dabei hat er sich vielleicht mal wieder zu sehr am Zirkusdirektor selbst orientiert, so dass von der wild zwischen Euphorie und Detailreichtum wechselnden Anrede bei vielen nur noch irgendwas mit einem 7. Feldspieler und Typen aus der Landesliga hängenblieb. Entsprechend in rekonstruktiven Gedanken versunken begaben wir uns also in die Manege und begannen mit dem Warmmachen für die Show. Dabei fielen uns auch gleich die Sitze in der ersten Reihe auf, die natürlich nur für die örtlich ansässigen von exquisiter Qualität waren, während wir uns mit lommeligen Holzbänken abgeben mussten. Naja, letztere nehmen wenigstens die im normalen Vorstellungsbetrieb entstehende Feuchtigkeit auf. Darüber hinaus war auch die Form der Manege ungewöhnlich, mit viel Freiraum links und rechts und quasi keiner Absperrung zu den Zuschauern fühlten sich die HSG-Gäule gleich etwas unwohler. Gleichsam wurde uns aber auch bewusst, dass da natürlich ein 7. Feldspieler eine gewiefte Taktik sein kann, um diese ungewohnten Freiräume effektiv zu nutzen..
Wie dem auch sei, nachdem die beiden Vorstellungshelfer eingetroffen waren, konnte es losgehen. Deren Aufgabe sollte es sein, das miteinander der Gäste mit der ortsansässigen Vertretung zu überprüfen. Leider wurden die Herren von einem Teil der Zuschauer immer wieder durch ihre lustigen Aktionen mit der Pfeife mit den Clowns verwechselt, welche aber eigentlich im Abendprogramm zusammen mit der Tombola auftreten sollten. Im weiteren Spielverlauf sollten sich jedoch die Hinweise verdichten, das es hier in der Tat leider zu einer Verwechslung gekommen war.

Gleich zu Beginn der Spiels starteten beide Seiten energisch, doch man merkte schnell, dass wir irgendwie immer einen Schritt zu langsam waren. Die Deckung hielt zwar nach bestem Vermögen dagegen, jedoch kamen die Unterensinger immer wieder zu einfachen Toren und konnten sich so schon frühzeitig mit 3-4 Zählern absetzen. Auch passten Gedanken und Körperbewegung nicht immer ganz zusammen, und wenn doch, dann vielleicht im zugleich fatalsten wie beispielhaftesten aller Spielmomente, welcher sich schon in der 8. Minute abspielte. Hier wurde das Leitpferd Reutter in der Deckung unerwartet umgerannt, und stellte sich ganz gemäß der wütenden Gedanken auch etwas zu energisch dem nächstfolgenden Abwehrspieler in den Weg. Dies wurde von den Vorstellungshelfern gar nicht gerne gesehen, und so musste er zum zweiten Mal in dieser Saison das Spiel schon vor der 10. Minute von der Zuschauerseite aus mitverfolgen. Aber nicht nur der Reutter hatte sich nicht richtig im Griff, spätestens seit diesem Ereignis verwandten unsere Spieler einen übermäßig hohen Anteil ihrer Kraft darauf, sich über die Schiedsrichter aufzuregen, jedes bisschen wurde lautstark auf Ränken wie in der Manege kommentiert. Anreize dazu gab es genug, der Strahle stand nach vielen ungepfiffenen Fouls durch hinten dran hängende Spieler irgendwann nur noch mit einem Lächeln wieder auf. Oder der Fuzzy wirft aus sehr knappen Winkel und wird abgepfiffen, nur um sich später in der Abwehr anhören zu müssen "Haja, ich hab nicht gedacht das du da triffst..". Mehr oder weniger gute Schiris hin oder her, es waren letztendlich aber nicht die Entscheidungen selbst, die uns haben wegbrechen lassen, sondern die fortwährende Aufarbeitung durch Diskussion und Kommentierung derselben.

Der weitere Spielverlauf sollte sich also nicht viel von den ersten zehn Minuten unterscheiden, der Gastgeber war den entscheidenden Schritt schneller und konnte den Vorsprung immer wieder halten. Dazu gaben wir ihm vorn durch verlorene Bälle wie hinten durch Zuschauen genug Gelegenheit. Unsere Spieler mussten durch die mittlerweile doch längere Liste der angeschlagenen/nicht verfügbaren Spieler (Gebr. Schwarz, Olli, Reutter) vermehrt auf ungewohnten Positionen spielen, was natürlich dem Angriff nicht gerade zugute kam. Aber auch im eigenen Tor wurde alles mit gleich schlecht bleibendem Erfolg durchgewechselt, irgendwie fand niemand richtig ins Spiel. Dabei konnte man der Mannschaft ja nicht einmal fehlenden Willen attestieren, immer wieder konnte der Abstand von sonst 5-6 Toren durch erstaunlich einfache Aktionen halbiert werden. Zuletzt gab es dann in der 50. Min mit 20:17, und nochmal beim 23:20 in der 54. Minute genug Gelegenheit, das Spiel zu drehen. Aber man war einfach nicht clever genug, und musste sich am Ende mit 28:23 (15:11) geschlagen geben. Um dem ganzen dann noch die nötige Würze zu verleihen, spielte uns ein netter Mensch bei der Abschlussbesprechung noch eine Auswahl der schlechtbeherrschtesten Lieder mit der Quetschkommode. Ein ähnliches Schicksal ereilte im übrigen auch unsere 2. Frauenmannschaft, welche sich in erstaunlicher Parallelität zu unserem Spiel ähnlich unclever am Sonntag in Unterensingen mit 30:14 abservieren ließ...

Tja, und nach dem Spiel guckten wir dann eben alle aus der Wäsche wie diese genügsamen Kameraden hier:

kamel
Doch ganz so desaströs sollte der Abend wohl doch nicht werden. Schon die Nachricht über das (dem Ausgang mit 22:14 nach zu vernehmen ähnlich schlechten Spiel) der Weilheimer brachte einige Überraschung mit sich. Darauf hin wurde der Server des HVW durch tausende "neu laden" Aktionen durch HSG-Smartphones lahmgelegt, um das Spielergebnis der Begegnung Dettingen-Uhingen jeweils als erster zu sehen.. um knapp 22:15 wars dann soweit: Auch dort konnten sich die engsten Verfolger im Kampf um Platz zwei zu Hause nicht gegen Uhingen durchsetzen (28:32)! Unglaublich ... da springt der "reachde Gaul" einmal gar nicht, und es war immer noch hoch genug!

Nun, da haben wir ja nochmal Glück gehabt, könnte man sagen. Allerdings steht uns mit Altbach nun im letzten Spiel ebenfalls ein "kürzlich erstarkter" Gegner gegenüber, den man (spätestens seit dem Weilheimer Spiel) nicht unterschätzen sollte. Aber ich denke nach diesem Spiel haben wir die Faxen und Lari-Fari dicke, und werden im letzten Saisonspiel alles abrufen um für einen siegreichen Saisonschluss und einen Relegationsplatz zu sorgen.
Seid daher am nächsten Samstag um 20:00 Uhr unbedingt dabei und unterstützt uns, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen!

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