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F1: Das schwere Erbe nach der Ära Baumann

frauen1_1"Filder-Zeitung", vom 15.09.2011 02:46 Uhr
Württembergliga Frauen. Für den neuen Echterdinger Trainer ist klar:für große Ziele fehlt das Spielerpotenzial. Von Susanne Degel

Wenn die Handballerinnen der HSG Leinfelden-Echterdingen am Samstag (Goldäcker, 18 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Drittliga-Reserve aus Waiblingen in die neue Württembergliga-Saison starten, dann wird auch eine neue Ära eingeleitet - die Ära nach Christina Baumann. Über einen Zeitraum von 15 Jahren stand die heute 33-Jährige bei den Echterdinger Damen zwischen den Pfosten, machte alles Hochs und Tiefs mit und avancierte nicht nur einmal mit ihren Paraden zur Erfolgsgarantin. Am Ende der vergangenen Runde nun hat die zweifache Mutter ihre Laufbahn für beendet erklärt. Es ist ein schweres Erbe, das ihre Nachfolgerinnen Alexandra Brändle und Bianca Seerau antreten - das weiß auch der neue Trainer Erkan Sener.

Zwar haben sich laut Sener beide Torfrauen zuletzt gut entwickelt, ob sie freilich die Konstanz an guten und verlässlichen Leistungen an den Tag legen können wie ihre Vorgängerin, wird sich erst weisen müssen. Auf eine neue Nummer eins jedenfalls hat sich Sener bisher nicht festgelegt. "Ich werde jeweils nach Trainings- und Spielleistung entscheiden", sagt der 38-Jährige, der den von vornherein lediglich als Interimslösung geplanten Timo Luppold auf der Trainerbank abgelöst hat und sich seit Mitte Mai mit seiner neuen Entourage auf die Saison 2011/2012 vorbereitet.

Optimal ist diese Aufbauphase nicht verlaufen. Zu viele Urlauber und Langzeitverletzte haben Sener einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Das Zusammenspiel im Angriff ist deshalb auch noch nicht so, wie ich mir das vorstelle", sagt der Coach. Außer Nathalie Kroer (Haarriss in der Wurfhand und Auslandsaufenthalt) fehlten in Daniela Schwarz (Knieprobleme) und Nina Zeeb (gesundheitlich angeschlagen und Auslandsaufenthalt) ausgerechnet jene beiden Spielerinnen über Wochen, die die Fäden im Spiel der Echterdingerinnen ziehen sollen - Schwarz aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Durchsetzungsvermögens, Zeeb, weil sie das Spiel lesen könne und den Überblick habe.

So mahnt Sener für die ersten Saisonspiele vor zu hohen Erwartungen. Die ersten Auftritte müsse man womöglich quasi als Verlängerung der Vorbereitung sehen. Noch sei die Integration der zwischenzeitlich Verletzten und des einzigen Neuzugangs nicht abgeschlossen. Vom Bezirksligisten MTV Stuttgart kam die Linkshänderin Kirsten Häusler.

Zwei- bis dreimal in der Woche hat Sener die Seinen während der vergangenen Monate in die Halle gebeten, um mit ihnen seine Handballphilosophie auf dem Spielfeld umzusetzen. Die lautet: aus einer sicheren Abwehr heraus über die erste respektive zweite Welle schnell zum Torabschluss kommen. Auf diesem Weg soll die Mannschaft nach der schwierigen vergangenen Saison, in welcher interne Unstimmigkeiten die Trennung von dem Trainer Joachim Becker brachten und in der der Klassenverbleib erst zwei Wochen vor dem Rundenende unter Dach und Fach war, wieder in ein ruhigeres Fahrwasser steuern. Für größere Ziele, etwa einen Spitzenplatz, "fehlt uns einfach das Spielerpotenzial - da bin ich realistisch genug", sagt Sener. Frühzeitig das Abstiegsgespenst verjagen und am Ende einen Platz im Tabellenmittelfeld belegen - damit wäre der Trainer in seiner ersten Amtszeit zufrieden.

Als Favorit auf den Meisterschaftstitel sieht Sener den Aufsteiger SG Kickers/Sindelfingen II um dessen Trainer Robert Schenker. Den Degerlocherinnen traut der Echterdinger Coach eine ähnliche Rolle zu, wie sie zuletzt die Neckarsulmer Sport-Union eingenommen hat. Zur Erinnerung: Letztere stieg mit 44:0 Punkten auf. Ein erstes Ausrufezeichen haben die Kickers-Damen bereits am vergangenen Wochenende gesetzt, als sie in der ersten Runde des Verbandspokalwettbewerbs die SG Schorndorf mit 38:16 vom Platz fegten, während die HSG Leinfelden-Echterdingen die klassentiefere TG Trossingen gerade einmal mit 21:19 besiegte.

Dennoch steht für Sener eines fest: "So abschlachten wie von Neckarsulm lassen wir uns sicherlich von keinem Gegner." Und das, obschon in Christina Baumann die bisher wichtigste Leistungsträgerin nicht mehr dabei ist.

Zugänge: Kirsten Häusler (MTV Stuttgart).

Abgänge: Christina Baumann (Karriereende), Pia Rox (studienbedingter Ausstieg).

Kader: Tor: Alexandra Brändle, Bianca Seerau; Außen: Kirsten Häusler, Nathalie Kroer, Victoria Lauer, Verena Schwenke; Kreismitte: Janika Hummel, Eileen Kolley, Anja Zeeb; Rückraum: Marita Dietrich, Caroline Dinkelacker, Daniela Docters, Daniela Schwarz, Nina Zeeb.

Trainer: Erkan Sener (pausierte/zuvor VfL Sindelfingen II) für Interimstrainer Timo Luppold (HSG Schönbuch II/Männer).

Saisonziel: Platz sechs (Platzierung in der vergangenen Saison: 8. als TV Echterdingen).

Meisterschaftstipp: SG Kickers/Sindelfingen II.

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