M1: Der Start in die Rückrunde ist geglückt

HSG M12

Na, also wenn das mal kein gelungener Einstand ist: Die ersten beiden Spiele des neuen Jahres hat die M1 mehr oder weniger erfolgreich gestaltet und gewonnen. Eines souverän, das andere... nun ja... ach egal, *beeep* der Hund drauf: Sieg ist Sieg. Und wenn dieser dann auch noch ein Derbysieg am Tag des Ziffern-Palindroms (02022020) ist, kann es etwas Schöneres geben? Nächstes Jahr funktioniert das nämlich nur schwerlich, denn der 12. Februar ist dann ein Freitag, und auf diesen Tag werden nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit Ligaspiele gelegt.

Jedenfalls kam die M1 in diesem Jahrzehnt so gut in die Puschen wie kein anderes Team der Bezirksklasse Esslingen/Teck. Zwar haben der TSV Weilheim und der TSV Zizishausen 2 ihre beiden ersten Spiele ebenfalls für sich entscheiden können, allerdings mit dem jeweils schlechteren Torverhältnis. Und wer weiß, vielleicht hätte die M1 Stand jetzt ja schon mit drei Siegen dastehen können, hätte das Heimspiel gegen den SKV Unterensingen 2 stattgefunden. Ist aber ausgefallen, wie vermutlich auch schon die letzte Seele mittlerweile mitbekommen hat. Ein Nachholtermin steht selbstverständlich auch schon fest, der am Ende dieses Berichts verraten wird. Obwohl... das weiß vermutlich auch schon jeder.

Der souveräne Sieg

Kommen wir daher kurz noch zum Heimspiel gegen den TSV Grabenstetten 2. Ein herzerwärmendes Spiel, das einem alles bot, was man sich für einen Samstagabend handballtechnisch wünschen kann: Ein souveräner 34:18-Sieg an einem in dieser Saison so raren Heimspieltage, ein damit verbundener vorangegangener Sieg der Damen 1, insgesamt 80 Zuschauer (laut Spielbericht) inklusive der Percussion-Crew vom Damen-Spiel, die ordentlich Lärm produzierten und dann natürlich das allerbeste: Ein Jogi-Bitter-Double als Schiedsrichter, der seine Sache rundum im Griff hatte. Also damit ist natürlich das Spiel gemeint, arbeitet hier bitte konzentriert mit! Allerdings war dieses mit Sicherheit nicht unbedingt das kniffligste Spiel, welches er zu leiten hatte. Einziger Wermutstropfen: Ein Spieler des Gastes verletzte sich gegen Ende der ersten Halbzeit derart, dass ein Weiterspielen nicht mehr infrage kam und somit an dieser Stelle die besten Genesungswünsche nach Grabenstetten rausgehen.

Der nicht ganz so souveräne Sieg

Vielleicht war es der Übermut, der aufgrund der Überlegenheit aus dem Spiel gegen Grabenstetten mitgebracht wurde, vielleicht aber auch weil Derbys gegen den SV Vaihingen immer etwas Besonderes sind, vielleicht wegen dem strikten Harzverbot in der Sporthalle Hegel-Gymnasium oder vielleicht auch einfach nur, weil es der ungewohnte Sonntag war: Die M1 fand nur äußerst schwerlich und sehr mühsam in die Partie gegen Vaihingen. Ähnlich verlief auch schon das Hinspiel, in welchem man lange zu kämpfen hatte und erst in die richtige Spur finden musste, um schlussendlich als Sieger von der Platte gehen zu können.

Schon nach sechs Minuten lag die M1 mit 4:1 zurück, bis dahin und auch die nächsten Minuten danach sah man eine äußerst konzentrierte Vaihinger Mannschaft, die sich offenbar einiges vorgenommen hatte. Aus HSG-Sicht machte sich erst nach einem gelungenen Steal in der Abwehr, der mit einem Konter erfolgreich abgeschlossen und kurz darauf mit dem 4:3 der direkte Anschluss hergestellt wurde, Hoffnung auf. Trotzdem war spätestens zu diesem Zeitpunkt jedem der mitgereisten Zuschauer klar: Das würde ein intensives und schweres Spiel werden. Nicht nur, weil unter anderem der einzige Siebenmeter in der ersten Halbzeit für die M1 am Keeper des Gastgebers hängen blieb.

Als durchaus positiv zu erwähnen wäre das Tor in Unterzahl zum 6:5, das unser Angriff darüber hinaus bei angezeigtem Zeitspiel erzielte. Dankenswerterweise rief der Vaihinger Trainer die Anzahl der noch zu spielenden Pässe auf das Feld, sodass ein noch gut getimter Angriff möglich war und mit herrlichem letzten Zuspiel (ja, es war der vierte Pass) die Abwehr der Vaihinger ausgehebelt wurde und unsere Nr. 24 frei zum Torwurf kam.

Trotzdem dauerte es bis zur 18ten Minute, bis die M1 das erste Ernst zu nehmende Remis zum 7:7 herstellen konnte. Vorsicht, Spoiler: Ab diesem Zeitpunkt geriet die M1 in diesem Spiel nicht mehr in Rückstand. Zum einen, weil bei der M1 ein selbstständiger Torhüterwechsel wohl zur richtigen Zeit kam. Und zum anderen, weil - und das ist jetzt nur eine Vermutung - bei der ersten Vaihinger Auszeit unser Trainer wiederum die Marschrichtung für die nächsten Angriffe vorgab: „Gibsch den Ball zum Jürgen, der macht des dann.“ Falls dem so gewesen sein sollte, so ging die Taktik voll auf. Denn unsere Nr. 9 entpuppte sich für den Rest der ersten Halbzeit als fast alleiniger Torschütze, lediglich unsere Nr. 33 durfte netterweise auch noch einmal zum zwischenzeitlichen 8:12 ran. Zur Halbzeit stand ein für klare Verhältnisse sorgendes 10:14, nachdem die Vaihinger nach fast neun Minuten ohne Tor in den letzten 33 Sekunden noch zwei Mal trafen.

Die zweite Halbzeit begann dort, wo unsere Nr. 9 vor der Halbzeit zwangsläufig durch den Pfiff zur Halbzeit kurzzeitig aufhören musste: Anlaufen, Ball bekommen, Hochspringen, Ball platziert und wuchtig in die Maschen dreschen. Ein ziemlich simples, aber durchaus sehr schön anzuschauendes und erfolgreiches Rezept. Und es ist zu vermuten, dass es dem Spieler selber zumindest auch ein ganz klein wenig Freude bereitet haben könnte.

Obwohl unser Angriff in der Spielphase danach auffällig viele Würfe versemmelten - egal ob massiv dabei gestört oder auch frei wie schon lange nicht mehr (Mannschaftskenner sprachen von einem Bildnis eines Spielballes, der in den Händen der Spieler kurze aber fiese Elektroschocks absondert) - hielt sich der Vier-bis-Fünf-Tore-Vorsprung, weil auch Vaihingen in ihren Angriffen oftmals am Pfosten oder an unserem Keeper scheiterte.

Im letzten Viertel zog die M1 dann langsam, aber stetig davon. Unter anderem lag das auch daran, weil die Siebenmeter in der zweiten Halbzeit wieder zum Freund der HSG wurden. Insgesamt sechs davon gewährte das Schiedsrichter-Gespann, sechs Mal wurde der Ball sicher nach Hause geschickt, also in das Tor des Gastgebers. Eigentlich schon ein wenig eigenartig, denn die Strafwurf-Gepflogenheiten des Schützen, Spielertrainer Julian, sollte dem Vaihinger Torhüter eigentlich bekannt gewesen sein, spielte unsere Nr. 55 vor ein paar Jahren noch in Vaihingen mit ihm zusammen. Aber beschweren will sich darüber natürlich niemand...

Sportlich passierte nicht mehr allzu viel auf der Vaihinger Heimplatte. Am Ende stand mit dem 23:30 ein Ergebnis auf der Anzeigetafel, mit welchem wohl nach den ersten zehn Minuten der Partie keiner gerechnet hätte. Jedoch konnte der Gastgeber die Entschlossenheit und auch die Konzentration der Anfangsphase nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen. Daher als Fazit: Ein nicht unverdienter, aber auch schwer erkämpfter Derbysieg für unsere M1.

Zum nächsten Tanz wird gebeten

In Kürze steht schon das nächste Ligaspiel an: Nämlich HEUTE! Also je nach Lesezeitpunkt vielleicht ja bereits gestern, was Schade wäre, denn das hieße, Ihr hättet es verpasst. Deswegen hier noch schnell das genaue Datum: Am Dienstag (ja: HEUTE!), 4. Februar, um 20:30 Uhr startet das Nachholspiel gegen den SKV Unterensingen 2, so steht‘s zumindest auf der HVW-Seite. Es wird der bis dato schwerste Brocken, den es in diesem noch jungen Jahr zu stemmen gilt und es ist ziemlich, ziemlich, ziemlich, nein... zu 100 Prozent sicher, dass sich die M1 über die größtmögliche Unterstützung auf den Rängen in der Goldäckerhalle freuen würde. So denn, möget Ihr Euch alle aufraffen zur Pilgerstätte des Filder-Handballs! :)