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M1: Mit breiter Brust ins neue Jahrzehnt

HSG M12

Guten Tag allerseits! Und gleichzeitig noch nach-nachträglich, da ja nun auch schon ein paar Tage ins Land gezogen sind, Ihnen beziehungsweise Dir als Leser ein frohes neues Jahr. Möge der Übergang in die Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts sanft und ohne großartigen Blessuren gelungen sein. Und ohne auch nur einen einzigen Blick auf die Brustpartien der Spieler der M1 geworfen zu haben und somit im vollkommenen Unwissen stehend, ob sich diese über die Feiertage wirklich physisch erkennbar verbreitert haben, steht die Schlagzeile nicht gänzlich ohne Berechtigung so da.

Denn vom psychischen Aspekt her – aufgrund des Ausgangs und der gezeigten Leistung im letzten Ligaspiel des vergangenen Jahrzehnts – dürfte jeder einzelne Spielertorso die nächsthöhere Trikot-Kleidergröße durchaus vertragen können. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Spieler nun höchstwahrscheinlich querstellen müssen, um durch eine einflügelige Tür zu passen. Also, wir reden von einer offenen Tür. Bitte arbeitet hier konzentriert mit! Doch das ist selbstverständlich nur reine Spekulation, und eigentlich sollte es ja auch nur bedeuten: Genug gesundes Selbstvertrauen für die ersten Spiele im Januar sollte vorhanden sein.

Ein echtes Spitzenspiel – in jeder Hinsicht

Das besagte Auswärtsspiel gegen den TSV Weilheim versprach – auf Bezirksklassen-Niveau runter gebrochen – ein echter Knaller zu werden. Es trafen die beiden Teams mit den bis dato wenigsten Minuspunkten aufeinander. Das ist zur Mitte der Saison zwar noch kein endgültig wegweisendes Spiel, denn dazu sind die ersten sechs Mannschaften der Liga von den Punkten und der Spielstärke her einfach zu nah beieinander. Aber eine Niederlage als Jahresabschluss, noch dazu in solch einer Konstellation, konnte und wollte sich keines der beiden Teams erlauben. Alles andere wäre ja verrückt.

Dass das Aufeinandertreffen aber nicht nur von den Spielern, sondern auch von den Anhängern aus Weilheim und Leinfelden-Echterdingen durchaus ernst genommen wurde, zeigte die bis zum Bersten gefüllte Sporthalle an der Lindach in Weilheim. Zahlreich präsentierte sich auch die mitgereiste Gruppe von der Filderebene. So entstand eine durchaus knisternde Atmosphäre in der Halle, die dem Status des anstehenden Spitzenspiels durchaus gerecht wurde: Euphorisch, aber nie unfair. Eigenschaften, die eigentlich einem x-beliebigen Fussballspiel auch mal ganz gut zu Gesicht stehen würden, so rein aus dem Rausch des Erinnerungs-Momentes raus gesprochen. Für die richtige Stimmung war also gesorgt, jetzt musste sich nur noch das Spiel ebenso spannend gestalten. Und die Akteure auf der Platte sollten Taten folgen lassen.

Hält, was es verspricht

Wohl wissend um die sportliche Bedeutung des Spielergebnisses agierten beide Teams zu Beginn. Hööögschde Konzentration ohne allzu viel technische Fehler, starke Abwehrreihen und gut aufgelegte Torhüter prägten die ersten Minuten der Partie, in welchen die M1 meistens mit einem Tor leicht in Führung lag. Technisch hielt das Spiel zu diesem Zeitpunkt und in sehr, sehr vielen Momenten im weiteren Verlauf, was der Tabellenstand beider Teams versprach. Diverse Blocks und Steals in beiden Abwehrreihen, die Trainer schienen ihre Rasselbanden durchaus mit den richtigen Worten auf die Partie eingestimmt zu haben.

Doch nach 15 Minuten Spielzeit änderte sich etwas. Plötzlich lag die M1 mit 4:7 vorne und hatte auch das notwendige Glück auf ihrer Seite. Denn ohne dieses wäre der etwas zu hastig gespielte Angriff mit einem zu schnellen Abschluss wohl nicht als Abpraller bei unserer frei stehenden Nr. 33 am Kreis gelandet, der dann mit nur wenig Mühe den achten Treffer für die HSG markierte. Noch besser lief es in der Abwehr und der Torhüter-Position. Zur zwanzigsten Minute hatte Weilheim sieben Tore erzielen können, davon zwei durch Tempogegenstöße und zwei durch Siebenmeter. Gegen den Aufbauangriff der Weilheimer hatte unsere Defensive also nicht allzu viel zugelassen. Das könnte auch daran gelegen haben, dass es in der Abwehr bis dahin endlich mal angemessen laut zuging und klare Ansagen gemacht wurden.

Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte der Angriff der M1 zeitweise eine Schwächephase, woraus der Ausgleich zum 9:9 in Minute 22 sowie zwei Zeigerumdrehungen später der erste Rückstand seit dem 1:0 resultierte. Es spricht jedoch für die HSG an diesem Tag, dass darauf drei Tore in Folge geworfen wurden, die mehr oder weniger den Charakter von Einzelaktionen hatten: Tempogegenstoß und zwei beherzte Rückraumwürfe in den langen Winkel. Wenn es mal zeitweise beim Aufbau des Angriffes nicht klappte, übernahm sofort jemand die Verantwortung. Vielleicht in diesem speziellen Spiel der Schlüssel zum späteren Endergebnis. Aber auch unser Torhüter hatte einen Bärenanteil daran – besonders in den letzten Minuten der ersten Durchgangs – dass die M1 mit einer Führung von 12:13 in die Pause gehen konnte.

Das Spitzenspiel ist angekommen

Die zweite Halbzeit begann mit dem Ausgleich für Weilheim, die besser aus der Kabine zu kommen schienen. Bis zum 13:14 konnte die M1 ihre Führung noch behaupten. Was dann folgte, kann man wohl am besten mit der Phrase „Zwei-Tore-Phänomen“ beschreiben. Denn kurioserweise vollbrachten es beide Teams danach, jeweils zwei Tore in Folge zu werfen. Die Spielstände wechselten von 13:14 auf 15:14 auf 15:16 auf 17:16. Was es für die Zuschauer irrsinnig spannend machte, die sich oftmals dachten, dass es ja wohl möglich sein musste, mit zwei Toren in Folge eventuell auch das dritte oder vierte nachzulegen um sich absetzen zu können. Pustekuchen. Zwei technische Fehler im Angriff der M1 jedoch beendeten diese Serie, die Weilheim mit Tempogegenstößen nutzte und somit dann doch leicht davonziehen konnte.

Mit einem Zwischenergebnis von 8:4 in der zweiten Halbzeit ging diese bis zu diesem Zeitpunkt klar an den Gastgeber aus Weilheim, die zu Beginn der zweiten 30 Minuten das bessere Team waren. Aber das Gute an diesem Spiel: Es blieb spannend, denn nach ihrerseits zwei aufeinander folgenden Tempogegenstößen war die M1 wieder dran und im Spiel. Mit einem Vier-Tore-Run ohne Gegentor konnte die HSG sich sogar wieder die Führung zum 20:21 zurück erobern. Auch dem letzten Zuschauer in der Sporthalle an der Lindach offenbarte sich zu diesem Zeitpunkt das auf dem Papier angekündigte Spitzenspiel. Starke Szenen auf beiden Seiten häuften sich nun, die im Rahmen dieses Spielberichts nicht alle beschrieben werden können. Sie beziehungsweise Du würden/würdest sonst den Rest des Januars verpassen und das will ja jetzt schließlich auch keiner. Die Spieler trauten sich was zu, wovon das Meiste auch gelang. Zudem hatte unser Torhüter eine gefühlte Quote von 60 Prozent; also ohne das explizit ausgerechnet zu haben. Das sollte als Beschreibung dieser Minuten ausreichen. Benutzt Eure Phantasie und arbeitet immer noch konzentriert mit. Oder erinnert Euch einfach, es waren ja genug Leute mit dabei...

Die letzten zehn Minuten brachen an, der Spielstand: 24:25 für die M1. Eine extrem spannende Schlussphase bahnte sich an, die auch hier mit kuriosen Szenen aufwarten konnte. Zunächst begann das letzte Sechstel des Spiels für die HSG in Unterzahl. Zudem stellte die Defensive der Weilheimer um und nahm unsere Nr. 55 aus dem Spiel. Trotzdem gelang es den verbleibenden vier Spielern im Angriff, weiter Tore zum 25:27 und 26:28 zu werfen und das Team somit im Spiel zu halten. Der Treffer zum 27:29 könnte als Tor des Spiels in Erinnerung bleiben. Unser Rechtsaußen nutzte die durch einen Abpraller entstandene Verwirrung in einer Traube von Spielern, reagierte als Schnellster während sich alle anderen noch nach dem Ball umschauten und sprang alleine losgelöst von der Menge wie Phönix aus der Asche Richtung Tor und drosch das beharzte Spielgerät mit der Kraft von mindestens sieben Drachen voll in die Maschen. Also so ähnlich, nur nicht ganz soooooo heroisch und ohne Flügel und ohne dieses lächerliche Feuergespeie. Aber spektakulär sah‘s schon ein wenig aus.

Gibt es ein besseres Bild, um die Geschichte eines Spieles zu Ende zu erzählen? Keine Ahnung, vermutlich schon, aber es gibt ja diese Saison auch noch die ein oder andere Spiel-Nacherzählung. Erwähnenswert wäre noch, dass die M1 das Auswärtsspiel in Weilheim mit 30:32 gewonnen hat. Das weiß mit Sicherheit schon jeder, aber es gehört einfach zur Vollständigkeit mit dazu. Mal sehen, ob sich die Energie und Euphorie dieses Auftritts auch in die Rückrunde rüber retten lässt...

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Das nächste Mal nach langer Pause

Zur nun angebrochenen Rückrunde nach – zumindest für die M1 – fünf Wochen spielfreier Zeit sieht man sich hoffentlich zahlreich in der Goldäckerhalle zu den Spielen der M1 und der anderen Teams. Gelegenheit dazu gäbe es genug: Denn nach einem Übergewicht an Auswärtsspielen in der Hinrunde darf die M1 in der ersten Jahreshälfte noch acht Mal den Gastgeber mimen. Zusammen mit der Tatsache, dass man zwar aufgrund von weniger absolvierten Spielen nicht an der Spitze der Tabelle steht, aber zumindest mit den wenigsten Negativpunkten (16:4) der Liga auf dem Konto in die Rückrunde geht, lässt die Vorfreude darauf nicht kleiner werden.

Das erste Heimspiel findet am 18. Januar gegen den SKV Unterensingen 2 statt. Anpfiff ist um 20:00 Uhr. Davor könnte man sich durchaus überlegen, dem bunten Treiben des vierten Männerteams der HSG Leinfelden-Echterdingen beizuwohnen, die sich um 18:00 Uhr gegen die Zweite der SG Esslingen beweisen müssen. Oder aber man fiebert mit dem deutschen Team bei der EM mit und schau zu, wie diese sich wohl gegen Kroatien so schlagen. Ob es nun in der Goldäckerhalle oder in Wien den wahrscheinlicheren Erfolg gibt; nun, dazu lässt sich nur spekulieren...

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