M1: Soll erfüllt

Bevor wir beginnen, sollten wir kurz noch einmal über die Ausgangslage vor dem Spiel sprechen. Vier Punkte Rückstand auf den zweiten Platz bei zwei noch ausstehenden Spielen: Das ist durchaus kein ganz einfaches Unterfangen, aber keinesfalls aussichtslos. Zumal die M1 den direkten Vergleich mit dem Team aus Bad Urach (ja, das sind die Zweiten in der Tabelle) aufgrund des starken Hinspiels und der sehr knappen Niederlage im Rückspiel für sich entschieden hat.

Dazu ist die M1 die Mannschaft mit dem vermeintlich leichteren Restprogramm. Dadurch gewinnt man zwar noch lange keine Spiele, gesund interpretiert lässt sich dieser Umstand jedoch oftmals psychisch zu seinem Vorteil nutzen. Ob sich das tatsächlich so bewahrheitet(e)... Nun, dazu musste man zunächst mal letzten Samstag die Goldäckerhalle – und somit das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Team Esslingen – besucht haben. Oder alternativ jetzt eben weiterlesen, und nicht etwa voreilig auf dieses kleine Kreuz rechts oben klicken.

Mangelware: Tore

Obwohl... Es war eine Anfangsphase zum Abgewöhnen. Denn in den ersten Minuten tat sich erst einmal gar nichts auf dem Hallenboden. Grund: Der Spielleiter war nicht aufgetaucht. Glücklicherweise war mit einem Heimschiedsrichter, der die Partie im Übrigen sehr fair und unparteiisch leitete, ziemlich schnell ein Ersatz gefunden. Mit knapp 25 Minuten Verspätung pfiff er die erste Halbzeit an.

Aber auch hier schien sich fortzusetzen, was in der Wartezeit ab 20:00 Uhr auf dem Parkett geschah: Von nicht allzu viel über wenig bis hin zu gar nichts. Gerade ein Törchen bekamen die Zuschauer in den ersten fast sechs Minuten zu sehen; das auch noch für die Gäste, die wenig später obendrein durch einen Siebenmeter auf 0:2 erhöhen konnten. Es wurde höchste Zeit, endlich aufzuwachen. Ein Einsehen – oder einen temporären Zustand des Wachseins – hatte dann wenigstens unsere Nr. 10, der in der neunten Minute das erste Tor für die M1 warf. Diese Aktion schien glücklicherweise Nachahmer zu finden. Geistesgegenwärtig klaute sich unsere Nr. 15 am gegnerischen Kreis die Murmel und drosch diese ziemlich kompromisslos in die eng geknüpften Maschen des Esslinger Tores.

Gaspedal kurz gefunden

Immerhin war so relativ schnell der Ausgleich wieder hergestellt. Und dann passierte fünf Minuten lange wiederum nur sehr wenig. Beiden Seiten verwarfen zu viele Bälle und leisteten sich technische Fehler. Dementsprechend zeigte die Anzeigetafel einen zurückhaltenden Spielstand von 3:3 nach über 15 Minuten.

Erst durch einen Tempogegenstoß schien die Musik im Angriff der M1 wieder zu spielen. Als dann ein sehr sehenswerter Angriff folgte, den unser Linksaußen nicht minder sehenswert und in gewohnter Manier in das Gebälk des Esslinger Torhüters hineinhachtelte, schien der Bann gebrochen. Relativ schnell und auf die Anfangsviertelstunde bezogen unerwartet stand es plötzlich 7:3 für den Gastgeber, die das Tempo danach jedoch wieder rausnahmen. Und das wohl zu Recht, denn weiterhin sollte gelten: Esslingen verwarf, die M1 traf. So plätscherte das Spiel bis zum trotz allem verdienten 14:6 zur Halbzeit dahin.

Schwacher Wiederbeginn

Die zweite Halbzeit begann auf Seiten der Gastgeber sehr unkonzentriert. Es reihten sich einige Ballverluste im Angriff, die das Team der Esslinger abfing, schnell nach vorne trug und verwandelte. In der 39. Minute nahm sich die HSG ihre erste Auszeit, nachdem der komfortable Vorsprung zur Halbzeit mittlerweile auf vier Tore (17:13) geschmolzen war.

Aber auch nach der Auszeit war das Team aus Esslingen die effizientere Mannschaft, die ihre Angriffe konsequent ausspielten und den Abstand zum 18:15 sogar noch mehr minimieren konnten. Immerhin schaffte es die M1, sich danach wie schon so oft in dieser Saison zu berappeln und damit eine ihrer größten Stärken auszuspielen. Teilweise gelang dies in der Abwehr mit einem gut gestellten Block, teilweise gelang es dem Torhüter mit zwei parierten Siebenmetern. Es reichte am Ende zu einem dann doch deutlichen 27:20 Heimsieg.

Ein Blick zurück und voraus

Um ein Fazit zu ziehen: Wirklich viel los war leider nicht, weder auf dem Platz noch auf den Rängen. Aber das musste es speziell für dieses Spiel eventuell gar nicht. Die Mannschaft hat den Gegner nicht unterschätzt, das wurde in der einen oder anderen Szene und speziell im letzten Viertel des Spiels deutlich. Trotzdem legte die M1 genügend Selbstvertrauen an den Tag, sodass eigentlich kaum etwas schief gehen konnte. Der Sieg schien nur in den ersten 15 Minuten gefährdet; bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Gäste aus Esslingen das Unentschieden halten. Auch Mitte der zweiten Halbzeit glaubte trotz dem Durchhänger niemand, dass das Spiel verloren gehen könnte. Den Soll hatte die HSG an diesem Abend erfüllt, nicht mehr und nicht weniger.

Am kommenden Sonntag findet in Neuhausen um 17:00 Uhr das allerletzte Spiel der Bezirksklassen-Saison 2018/19 Esslingen/Teck statt, bevor diese dann endgültig in die Geschichtsbücher des Amateursports eingehen wird. Warum das hier Erwähnung findet? Weil die M1 am besagten letzten Spiel beteiligt ist, bitte arbeitet hier konzentriert mit! Und weil die Mannschaft aus Bad Urach einen Tag nach dem in diesem Bericht besprochenen Spiel zwei Punkte beim Tabellenführer aus Wolfschlugen liegen gelassen hat. Wir sind also wieder auf zwei Punkte dran, der Druck auf das Team von der Schwäbischen Alb ist durchaus gewachsen. Das bedeutet, dass es der letzte Spieltag in sich hat, denn...