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M1: Teil 2 - Der Anfang

...es wurde von sowas Ähnlichem wie einem Gott erschaffen. Allerdings meinen die Jatravartiden auf Viltwodl VI, dass ein Wesen namens ‚Großer Grüner Arkelanfall‘ das Universum einfach ausgeniest hat. Die Jatravartiden, die in ständiger Furcht vor einer Zeit leben, die sie ‚Die Ankunft Des Großen Weißen Taschentuches‘ nennen, sind kleine blaue Geschöpfe mit jeweils mehr als 50 Armen, und sie sind deshalb so einzigartig, weil sie die einzige Rasse der Weltgeschichte sind, die das Deospray noch vor dem Rad erfand. Die Lehre vom Großen Grünen Arkelanfall hat aber außerhalb von Viltwodl VI nicht sehr viele Anhänger, und so wird, da das Universum nun mal verwirrend ist, ständig nach anderen Erklärungen gesucht.“

Ja, so oder so ähnlich muss sich der Anfang von allem wohl abgespielt haben. Eine vernünftigere Erklärung wird es wohl nicht geben. Aber wagen wir doch einfach mal einen Mega-Zoom vom Universum auf die im Vergleich dazu sehr unscheinbar wirkende und kleine Filderebene. Dort warteten zu einer sehr viel realeren Zeit - und mit der Goldäckerhalle an einem ebenfalls sehr viel realeren Ort - am Samstag, dem letzten Tag im Februar 2020, zwei Handball-Teams und rund 100 Zuschauer - so steht es zumindest auf dem Spielberichtsbogen - auf den Anfang ihres Spiels.

Zunächst vergebens. Der eingeteilte Schiedsrichter wollte einfach nicht auftauchen. So verging Minute um Minute mit der hektischen Suche nach einem geeigneten Kandidaten an der Pfeife. „Ein Schiri würde dem Spiel gut tun“, so der O-Ton von der Tribüne. Dabei war es nicht mal die Verspätung - oder besser gesagt das Nicht-Erscheinen - des Schiedsrichters, welche die Wartezeit in der Halle unerträglich machte. Laut dröhnten Geräusche aus den Lautsprechern, für welche sämtliche andere Formen von Musik sich wohl schämen müssten, mit ihnen unter demselben Oberbegriff einkategorisiert zu werden. OK, Volksmusik vielleicht mal ausgenommen.

Natürlich nicht nur deswegen war man nach 28 Minuten froh und auch erleichtert, dass sich tatsächlich zwei junge Kerle fanden, die den Mut hatten, das Spiel der M1 gegen die TG Nürtingen anzupfeifen. Schließlich waren es die Nürtinger, die im Hinspiel eine von bisher zwei Niederlagen auf das Negativ-Konto der M1 einzahlten. Diese Scharte wollte die HSG vor eigenem Publikum natürlich bestmöglich wieder auswetzen. Von daher ein dickes Dankeschön und ein großes Lob an Georgios und Levin (B-Jugend!), dass sie ihren Samstagabend geopfert und sich dieses Spiel zugetraut haben. Ohne die beiden hätte das Spiel wohl nicht stattfinden können.

Torhüter-Leistung sticht heraus

Jeweils einen missglückten Angriff gönnten sich beide Teams, bis dann nach 45 Sekunden das 1:0 für die M1 durch unsere Nr. 11 fiel, der vorsichtshalber nach dem ersten Angriff gleich vorne stehen blieb. Clever. Danach schien es aber so, als wäre den Nürtingern und insbesondere deren Torhüter die etwas längere Wartezeit vor dem Anpfiff besser bekommen. Denn diese legten das Spielgerät schnell und zwei Mal nacheinander im Leinfelden-Echterdinger Gehäuse ab und gingen somit in Führung.

Nach ein paar Minuten änderte sich der Eindruck des Anfangs. Das Spiel nahm Fahrt auf, die M1 zeigte schnelle Angriffe, vor allem gute Abschlüsse und einen ihrerseits nun ganz hervorragend aufgelegten Torhüter. Alles in allem sorgte dies für eine 7:3-Führung nach rund neun Minuten. Nach dem 11:5 nahm Nürtingen die erste Auszeit zu Beginn der 16ten Minute. Ein bis dato mit bis auf wenige Ausnahmen unterhaltsames Spiel. Die Auszeit half dem Gast aber nicht unbedingt weiter. Die Fehler im Nürtinger Angriff und die herausragende Torhüter-Leistung der Heim-Mannschaft blieben, sodass es nun massenweise Konter für die M1 gab. Ebenfalls erfrischend zu sehen: Die Konter wurden meistens mit Toren vollendet, anders noch als bei den Auftritten zuvor. Die erste Zehn-Tore-Führung spielte sich der Gastgeber nach ziemlich exakt 20 Minuten beim 16:6.

Den berüchtigten Sahnetag hatten an diesem Abend der HSG-Torhüter und der Top-Torschütze mit der Nummer 24... nun ja... abgesahnt. Über die komplette Spielzeit traf er das Tor sechs Mal. Im Angriff gelang der M1 am Ende der ersten Halbzeit so gut wie alles. Die 20-Tor-Marke wurde ebenfalls bereits vor dem Pausenpfiff bei der Sechsundzwanzigeinhalb-Minuten-Marke geknackt, zur Halbzeit stand ein vor Anpfiff kaum für möglich gehaltenes 21:10 für den Gastgeber auf der Anzeigetafel. Ein Spiel, das zu diesem Zeitpunkt bereits gewonnen war...

Was war denn da los?

...dachten sich viele: Zuschauer, das sehr aufmerksame Personal hinter dem Tresen, Schiedsrichter und zu allem Übel wohl auch die Hälfte der Spieler auf der Platte. Die andere Hälfte kam aus dem Nürtinger Lager und voll motiviert aus der Kabine. Die erste Halbzeit konnten sie aber auch beim besten Willen so nicht auf sich sitzen lassen.

Eine andere Halbzeit, wiederum ein anderer Anfang: Nürtingen spürte seine Chance, die bei so einem Halbzeitergebnis eigentlich gar nicht mehr vorhanden sein dürfte. Der Gast trat nun aggressiver auf, die M1 leistete sich einige unkonzentrierte Aktionen: der Vorsprung schmolz langsam, aber dafür stetig. 22:14, 24:17, bis die M1 beim 25:19 ihre erste Auszeit nahm. Die restlichen 17 Minuten Spielzeit waren unnötig spannend geworden. Über die Hälfte des überragenden Vorsprungs zur Halbzeit war beim 27:22 aufgebraucht, kurz darauf folgte das 27:23. Zu allem Überfluss hatte Nürtingen noch genügend Zeit, die M1 bei dieser Geschwindigkeit einzuholen.

Wie das passieren konnte? Sowohl vorne als auch hinten kam nun das Pech hinzu. Viele Angriffe der M1 scheiterten am gegnerischen Torhüter oder am Aluminium, aber auch am eigenen Unvermögen. Das Team schien wie ausgewechselt. Auch die schier unhaltbaren Bälle, die unser Keeper in den ersten 30 Minuten noch mit sichtlichem Genuss abwehrte, fanden jetzt den Weg ins Tor. Und man konnte es ahnen: Das 27:24 folgte auf dem Fuß. Nur noch drei Tore. Urgh...

Doch dann besannen sich zwei Spieler des Teams auf das, was in den letzten Spielen ebenfalls ganz hervorragend funktionierte: Einen selbständigen Torhüterwechsel. Bei der M1 stehen die beiden Keeper trotz der für Außenstehende vorhandenen Konkurrenz-Situation tatsächlich füreinander ein. Das ist deswegen auch so bemerkenswert, weil es - zumindest wenn man die letzten Spiele betrachtet - immer funktioniert hat. So auch an diesem 29. Februar...

Nach einem wunderschönen Kempa-Trick der Nürtinger, der neutral betrachtet auf jeden Fall ein Tor verdient gehabt hätte, fischte unser Torhüter geschmeidig aus dem Eck und leitete postwendend den Konter ein. Dadurch kam spürbar der Wille und das Selbstvertrauen wieder zurück ins Team. Ein paar wenige Angriffe später war zumindest die Fünf-Tore-Führung zum 29:24 wieder hergestellt.

Nürtingen stellte in den Schlussminuten auf eine 4-2 Abwehr um, eine offensivere Formation, die man in dieser Liga eigentlich eher selten sieht. Jedoch mit zählbarem Erfolg: Dreieinhalb Minuten vor Schluss kam das Team aus der Neckarstadt nochmal auf 30:28 heran. Spannung, die man als Fan des Gastgebers nicht mehr gebraucht hätte. Was aber für die M1 spricht: Das 28ste Tor war das letzte, welches Abwehr und Torhüter für Nürtingen zuließ. Aber der Angriff schlug noch vier Mal zu, sodass am Ende ein wieder etwas versöhnlicheres Ergebnis von 34:28 in den Spielberichtsbogen eingetragen werden konnte.

Fazit

Eine zweite Halbzeit darf bei einer solchen Führung nach dem ersten Durchgang eigentlich nicht mehr so spannend werden. Vielleicht fühlten sich die Jungs in den gelb-blauen Trikots zu sicher. Dass das Team Moral hat, hat es bereits mehrfach bewiesen, beispielsweise bei der ersten Saisonniederlage im Auswärtsspiel bei der HSG Ostfildern 2. Dort lag man zum Pausentee bereits mit 18:11 Toren hinten, riss sich aber in der zweiten Halbzeit zusammen und schaffte im Spiel den Ausgleich zum 25:25 nach einer enormen Leistungssteigerung. Leider ging die Begegnung dann doch noch mit 31:29 verloren, hatte aber auch gegen einen körperlich überlegenen Gegner gespielt, was mit Sicherheit gegen Ende die Kraftreserven leerte.

Vielleicht darf sich die M1 einfach keine so grandiosen Halbzeit-Führungen mehr erspielen.

Das nächste Spiel folgt am kommenden Samstag um 18:00 Uhr gegen die zweite Garde des TV Reichenbach. Auswärts... und dadurch wird das Spiel mit Sicherheit nicht einfacher. Die Unterstützung zahlreicher Zuschauer wird mit Sicherheit sehr, sehr dankend angenommen.

Inspiration zu Teil 1 und 2: DW1 und logischerweise, da es hauptsächlich um sie geht: die M1. So long, and thanks for all the fish!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nun, wie in Teil 1 angekündigt: Das Rezept

„Man nehme den Inhalt einer Flasche alten Janx-Geistes. Man füge einen Teil Wasser aus den Meeren von Santraginus V hinzu. Oh, dieses santragineschische Meer, oh, diese santraginesischen Fische! Man lasse drei Würfel arkturanischen Mega-Gin in der Mischung zergehen. Diese müssen gut gefroren sein, sonst verfliegt das Benzin zu schnell. Nun lasse man vier Liter fallianisches Sumpfgas hindurchperlen - zur Erinnerung an all die glücklichen Anhalter, die vor Freude in den Sümpfen von Fallia starben. Über einen umgedrehten Silberlöffel lasse man nun einen Teil qualaktinischen Hyperminz-Extrakt tröpfeln, der nach allen dunklen, zu Kopf steigenden qualaktinischen Zonen duftet: Zart, süß und mystisch. Man werfe den Zahn eines algolianischen Sonnentigers hinein. Schau zu, wie er sich auflöst und sich die Feuer der algolianischen Sonne tief im Herzen des Drinks verteilen. Ein Spritzer Zamphour, zum Schluß eine Olive.“

Prost!

M1: Teil 1 - Das Paralleluniversum

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„Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es existiert, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.“

Diese aus dem Englischen übersetzten Worte stammen von Douglas Adams, Schriftsteller und für einen Großteil seiner Leser nichts anderes als ein gottverdammtes Genie. Denn obwohl sein bekanntestes Werk „Per Anhalter durch die Galaxis“ zwar hauptsächlich in der Galaxis und nicht auf der Erde spielt - worauf man auch eigentlich schon beim Lesen des Buchtitels von selber hätte draufkommen können - so ist die Fiktion einzelner Szenen des Buches durchaus in Situationen auf unserem Planeten übertragbar.

Oder denkt sich beispielsweise bei dem, was in den Nachrichten ganz besonders in den letzten Jahren und auch heutzutage so alles vermeldet wird, etwa niemand, dass man sich im falschen Film befindet und genau die Welt, wie man sie einst zu kennen glaubte, nicht mehr existiert? Vielleicht hat in der Zwischenzeit ja tatsächlich jemand herausgefunden, wozu das Universum da ist und es wurde wirklich durch etwas Ähnliches, aber viel Bizarreres ersetzt? Zugegeben, ein wohl etwas zu romantischer Erklärungsversuch und eine zu nahe an Science-Fiction angesiedelte Theorie.

Wie auch immer... Vielleicht muss man ja nicht gleich das große Ganze sehen. Brechen wir das eben Gelesene doch einfach mal auf die Ebene der Handball-Bezirksklasse im Bezirk Esslingen Teck des HVW runter. Denn hier hat innerhalb von zwei Tagen ein und dasselbe Spiel stattgefunden. Also nicht etwa Hin- und Rückspiel, sondern zwei verschiedene Gegner, gegen die sich unsere M1 zu beweisen hatte; an zwei verschiedenen Spielorten, an zwei verschiedenen Wochentage und auch Wetterlagen, mit unterschiedlichen Zuschauer, aber mit demselben Spielverlauf mit denselben Ereignissen. So als hätte man nur ein Spiel gesehen, wobei einem vorkommt, alles so schon einmal erlebt zu haben. So als gäbe es ein Paralleluniversum. Und das ist tatsächlich etwas bizarr.

„Hä? Das habe ich doch schon mal gesehen...“

Das hieße eigentlich, wenn man nachlesen wollte, wie sich die M1 gegen den SKV Unterensingen 2 am Dienstagabend der letzten Woche geschlagen hat, könnte man auch genauso gut den Spielbericht zum Auswärtsspiel gegen den SV Vaihingen zu Rate ziehen und wüsste auf Anhieb Bescheid.

Ziemlich schnell lag die M1 mit 0:2 im Rückstand, es sah nicht so aus, als würde es ein Spaziergang werden. Aber das erwartete vermutlich auch niemand. Unterensingen agierte äußerst konzentriert und wusste die Lücken in unserer viel zu leisen Abwehr schnell zu finden. Im Angriff hingegen taten sich unsere Jungs oftmals schwer gegen die Unterensinger Abwehr. Parallele Nr. 1 zum Spiel gegen Vaihingen.

Zwischenzeitlich stand es 2:5, der Anschluss zum 4:5 gelang durch einen sauber herausgespielten Konter. Parallele Nr. 2 zum Spiel gegen Vaihingen.

Auch auf der Torwartposition lief es bei der M1 nun besser. Dies lag an einem selbstständigen Wechsel, denn einen wirklich glücklichen Abend hatte unsere Nr. 12 nicht erwischt. Bei seinem Kollegen, der frisch von der Bank kam, lief es sofort besser. Parallele Nr. 3 zum Spiel gegen Vaihingen.

Das Spiel steigerte sich nun, schöne Offensiv-Aktionen gab es auf beiden Seiten mit dem Unterschied, dass die HSG-Abwehr nun besser auf den Gegner eingestellt war und ein paar der Rückraumwürfe erfolgreich blocken konnte. Folgerichtig kam die M1 immer weiter an die Unterensinger Führung ran und egalisierte zum ersten Mal beim 6:6 und ging nach einem einstudierten - denn so sah es zumindest für den Laien aus - Kreisanspiel erstmals mit 7:6 in Führung. Parallele Nr. 4 zum Spiel gegen Vaihingen.

Was in dieser Phase der ersten Halbzeit im Vaihingen-Spiel von unserer Nr. 9 so effektiv wie auch kompromisslos erledigt wurde, gelang im selben zeitlichen Abschnitt gegen Unterensingen unserer Nr. 20. Nämlich den Ball zu nehmen und diesen ziemlich blitzsauber in das Gehäuse des Gegners zu meißeln. Parallele Nr. 5 zum Spiel gegen Vaihingen.

Bis zum 11:8 ging dies gut, dann blieb dieses Ergebnis eine gefühlte Ewigkeit auf der Anzeigetafel stehen. Das lag zum einen an einer sehr guten Abwehr der M1 mitsamt hervorragendem Keeper. Und zum andern lag es daran, weil vorne im Angriff etwas begann, was man als „großes Verwerf-Festival“ bezeichnen kann. Parallele Nr. 6 zum Spiel gegen Vaihingen.

Aber auch der beste Keeper kann nicht alles abwehren, so kam Unterensingen wieder auf ein Tor zum 11:10 heran. Zum Glück raffte sich der Gastgeber aber noch einmal und ging mit einer leichten Führung von 15:13 in die Pause.

Gedanken zur Pause

Da war jetzt zugegeben schon einiges an Parallelen drin und versprochen, das änderte sich in der zweiten Halbzeit ein wenig, sodass die irdische Komponente in diesem Bericht nicht allzu kurz kommt. Und Paralleluniversum hin oder her: Spätestens dann, wenn an der Theke in der Goldäckerhalle anstatt den üblichen und durchaus süffigen 0,33 Liter fassenden „Horsts“ irgendwann Getränke wie der „Pangalaktische Donnergurgler“ von Vogonen ausgeschenkt werden, ja spätestens dann sollte es auch der letzten Seele gedämmert haben, dass die Welt aber mal ganz gehörig aus den Fugen geraten ist.

„...als ob man mit einem Goldbarren, der in Zitronenscheiben gehüllt ist, das Gehirn aus dem Kopf gedroschen bekommt“, beschreibt Adams im Übrigen die Wirkung des Drinks. Groß-ar-tig, zumal man im Buch gleich danach auch erfährt, auf welchen Planeten die besten Pangalaktischen Donnergurgler gemixt werden, wieviel einer dieser Drinks über den Daumen gepeilt kostet und welche freiwilligen Organisationen einem nach dem Genuß wieder auf die Beine helfen. Wer am Rezept interessiert ist, scrollt bitte im zweiten Teil dieser Duologie-Berichterstattung, der in Kürze folgen wird, ganz nach unten. Denn hier soll es ja schließlich hauptsächlich um Handball gehen...

Eine effizientere zweite Hälfte

Und der wurde zum Glück und logischerweise auch in der zweiten Halbzeit noch gespielt. Gleich die ersten Minuten hatten es in sich. Es gab gegen uns eine Zwei-Minuten-Strafe und hatten in diesem Zuge erheblich Glück, denn ein paar Sekunden später hätte gleich der nächste Akteur aus unseren Reihen für zwei Minuten Pause gehabt, wenn der Schiedsrichter es gesehen hätte. Nichts Unfaires, aber eben ein Zwei-Minuten-Foul.

Unser erster Keeper, der wieder zwischen die Pfosten durfte, hatte den Abend nun zu seinem gemacht und seine zweite Chance beim Schopf gepackt. Neben herausragenden Paraden brachte er es sogar fertig, beim Aufstehen in einer fließenden Bewegung einen weiten Pass zum enteiltem Rechtsaußen zu spielen, der diesen Konter ebenfalls mit nur einer fließenden Bewegung erfolgreich abschloss. Grandios, für Bezirksklassen-Verhältnisse sei das passende Prädikat „Nicht-von-dieser-Welt“ vermutlich angebracht.

In dieser Phase besonders positiv zu erwähnen wären zwei Dinge: Endlich hachtelte es nach ein paar Wochen mal wieder ordentlich. Und was als Team gut gelang: Die Ballgewinne in der Abwehr durch Konter oder in der zweiten Welle, anders als in der ersten Halbzeit noch, am Ende im Tor unterzubringen. Also die Angriffe an sich wurden selbstverständlich nicht im Tor untergebracht, sondern natürlich lediglich der in den Angriffen mit transportierte Ball. Alles andere sähe ja zum Schreien dämlich aus, bitte arbeitet hier konzentriert mit!

Auf diese Art zog die M1 immer weiter davon und vergrößerte die Führung immer weiter. Bei Unterensingen lief in der Schluss-Viertelstunde rein gar nichts mehr zusammen, das Spiel schien nur noch vereinzelt aus Kontern der HSG zu bestehen. Am Ende stand ein der zweiten Hälfte zugrunde gelegt verdientes 32:23 für unsere M1, die sich dadurch noch näher an die Tabellenspitze herangepirscht, aber immer noch zwei Spiele weniger auf dem Konto hat.

Da dies ein Nachholspiel von der ursprünglich angesetzten Begegnung vom 18. Januar war, fand das Spiel an einem Dienstag statt. Vier Tage - am Samstagabend zur Primetime - später ging es gegen das Team der HSG Ostfildern 2, jener Mannschaft, die uns in der Hinrunde die erste Saisonniederlage verpassten. Nach der ersten Halbzeit eine durchaus verdiente Niederlage damals, trotzdem sollte es genug Ansporn gewesen sein, die Kräfteverhältnisse im anstehenden Rückspiel wieder in das richtige Licht zu rücken.

Zurück auf Anfang

Wer kennt dieses ausgelutschte Zitat nicht: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Das darin natürlich eine nicht ganz zu verleugnende Wahrheit steckt und viele Teams von Spiel zu Spiel denken, dürfte klar sein. Darüber hinaus beginnt jedes Handballspiel bei 0:0. Wow, eine krasse Erkenntnis. Fernab vom Sport hat auch Adams sich Gedanken über den Anfang gemacht, und zwar um ein Vielfaches weitreichender als der vor ein paar Zeilen zitierte - aber ebenfalls legendäre - Sepp Herberger. Adams beschreibt den Anfang so:

„Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. Viele Völker glauben...

Die Fortsetzung und das Rezept des Pangalaktischen Donnergurglers gibt es demnächst in Teil 2 - Der Anfang!

M1: Der Start in die Rückrunde ist geglückt

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Na, also wenn das mal kein gelungener Einstand ist: Die ersten beiden Spiele des neuen Jahres hat die M1 mehr oder weniger erfolgreich gestaltet und gewonnen. Eines souverän, das andere... nun ja... ach egal, *beeep* der Hund drauf: Sieg ist Sieg. Und wenn dieser dann auch noch ein Derbysieg am Tag des Ziffern-Palindroms (02022020) ist, kann es etwas Schöneres geben? Nächstes Jahr funktioniert das nämlich nur schwerlich, denn der 12. Februar ist dann ein Freitag, und auf diesen Tag werden nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit Ligaspiele gelegt.

Jedenfalls kam die M1 in diesem Jahrzehnt so gut in die Puschen wie kein anderes Team der Bezirksklasse Esslingen/Teck. Zwar haben der TSV Weilheim und der TSV Zizishausen 2 ihre beiden ersten Spiele ebenfalls für sich entscheiden können, allerdings mit dem jeweils schlechteren Torverhältnis. Und wer weiß, vielleicht hätte die M1 Stand jetzt ja schon mit drei Siegen dastehen können, hätte das Heimspiel gegen den SKV Unterensingen 2 stattgefunden. Ist aber ausgefallen, wie vermutlich auch schon die letzte Seele mittlerweile mitbekommen hat. Ein Nachholtermin steht selbstverständlich auch schon fest, der am Ende dieses Berichts verraten wird. Obwohl... das weiß vermutlich auch schon jeder.

Der souveräne Sieg

Kommen wir daher kurz noch zum Heimspiel gegen den TSV Grabenstetten 2. Ein herzerwärmendes Spiel, das einem alles bot, was man sich für einen Samstagabend handballtechnisch wünschen kann: Ein souveräner 34:18-Sieg an einem in dieser Saison so raren Heimspieltage, ein damit verbundener vorangegangener Sieg der Damen 1, insgesamt 80 Zuschauer (laut Spielbericht) inklusive der Percussion-Crew vom Damen-Spiel, die ordentlich Lärm produzierten und dann natürlich das allerbeste: Ein Jogi-Bitter-Double als Schiedsrichter, der seine Sache rundum im Griff hatte. Also damit ist natürlich das Spiel gemeint, arbeitet hier bitte konzentriert mit! Allerdings war dieses mit Sicherheit nicht unbedingt das kniffligste Spiel, welches er zu leiten hatte. Einziger Wermutstropfen: Ein Spieler des Gastes verletzte sich gegen Ende der ersten Halbzeit derart, dass ein Weiterspielen nicht mehr infrage kam und somit an dieser Stelle die besten Genesungswünsche nach Grabenstetten rausgehen.

Der nicht ganz so souveräne Sieg

Vielleicht war es der Übermut, der aufgrund der Überlegenheit aus dem Spiel gegen Grabenstetten mitgebracht wurde, vielleicht aber auch weil Derbys gegen den SV Vaihingen immer etwas Besonderes sind, vielleicht wegen dem strikten Harzverbot in der Sporthalle Hegel-Gymnasium oder vielleicht auch einfach nur, weil es der ungewohnte Sonntag war: Die M1 fand nur äußerst schwerlich und sehr mühsam in die Partie gegen Vaihingen. Ähnlich verlief auch schon das Hinspiel, in welchem man lange zu kämpfen hatte und erst in die richtige Spur finden musste, um schlussendlich als Sieger von der Platte gehen zu können.

Schon nach sechs Minuten lag die M1 mit 4:1 zurück, bis dahin und auch die nächsten Minuten danach sah man eine äußerst konzentrierte Vaihinger Mannschaft, die sich offenbar einiges vorgenommen hatte. Aus HSG-Sicht machte sich erst nach einem gelungenen Steal in der Abwehr, der mit einem Konter erfolgreich abgeschlossen und kurz darauf mit dem 4:3 der direkte Anschluss hergestellt wurde, Hoffnung auf. Trotzdem war spätestens zu diesem Zeitpunkt jedem der mitgereisten Zuschauer klar: Das würde ein intensives und schweres Spiel werden. Nicht nur, weil unter anderem der einzige Siebenmeter in der ersten Halbzeit für die M1 am Keeper des Gastgebers hängen blieb.

Als durchaus positiv zu erwähnen wäre das Tor in Unterzahl zum 6:5, das unser Angriff darüber hinaus bei angezeigtem Zeitspiel erzielte. Dankenswerterweise rief der Vaihinger Trainer die Anzahl der noch zu spielenden Pässe auf das Feld, sodass ein noch gut getimter Angriff möglich war und mit herrlichem letzten Zuspiel (ja, es war der vierte Pass) die Abwehr der Vaihinger ausgehebelt wurde und unsere Nr. 24 frei zum Torwurf kam.

Trotzdem dauerte es bis zur 18ten Minute, bis die M1 das erste Ernst zu nehmende Remis zum 7:7 herstellen konnte. Vorsicht, Spoiler: Ab diesem Zeitpunkt geriet die M1 in diesem Spiel nicht mehr in Rückstand. Zum einen, weil bei der M1 ein selbstständiger Torhüterwechsel wohl zur richtigen Zeit kam. Und zum anderen, weil - und das ist jetzt nur eine Vermutung - bei der ersten Vaihinger Auszeit unser Trainer wiederum die Marschrichtung für die nächsten Angriffe vorgab: „Gibsch den Ball zum Jürgen, der macht des dann.“ Falls dem so gewesen sein sollte, so ging die Taktik voll auf. Denn unsere Nr. 9 entpuppte sich für den Rest der ersten Halbzeit als fast alleiniger Torschütze, lediglich unsere Nr. 33 durfte netterweise auch noch einmal zum zwischenzeitlichen 8:12 ran. Zur Halbzeit stand ein für klare Verhältnisse sorgendes 10:14, nachdem die Vaihinger nach fast neun Minuten ohne Tor in den letzten 33 Sekunden noch zwei Mal trafen.

Die zweite Halbzeit begann dort, wo unsere Nr. 9 vor der Halbzeit zwangsläufig durch den Pfiff zur Halbzeit kurzzeitig aufhören musste: Anlaufen, Ball bekommen, Hochspringen, Ball platziert und wuchtig in die Maschen dreschen. Ein ziemlich simples, aber durchaus sehr schön anzuschauendes und erfolgreiches Rezept. Und es ist zu vermuten, dass es dem Spieler selber zumindest auch ein ganz klein wenig Freude bereitet haben könnte.

Obwohl unser Angriff in der Spielphase danach auffällig viele Würfe versemmelten - egal ob massiv dabei gestört oder auch frei wie schon lange nicht mehr (Mannschaftskenner sprachen von einem Bildnis eines Spielballes, der in den Händen der Spieler kurze aber fiese Elektroschocks absondert) - hielt sich der Vier-bis-Fünf-Tore-Vorsprung, weil auch Vaihingen in ihren Angriffen oftmals am Pfosten oder an unserem Keeper scheiterte.

Im letzten Viertel zog die M1 dann langsam, aber stetig davon. Unter anderem lag das auch daran, weil die Siebenmeter in der zweiten Halbzeit wieder zum Freund der HSG wurden. Insgesamt sechs davon gewährte das Schiedsrichter-Gespann, sechs Mal wurde der Ball sicher nach Hause geschickt, also in das Tor des Gastgebers. Eigentlich schon ein wenig eigenartig, denn die Strafwurf-Gepflogenheiten des Schützen, Spielertrainer Julian, sollte dem Vaihinger Torhüter eigentlich bekannt gewesen sein, spielte unsere Nr. 55 vor ein paar Jahren noch in Vaihingen mit ihm zusammen. Aber beschweren will sich darüber natürlich niemand...

Sportlich passierte nicht mehr allzu viel auf der Vaihinger Heimplatte. Am Ende stand mit dem 23:30 ein Ergebnis auf der Anzeigetafel, mit welchem wohl nach den ersten zehn Minuten der Partie keiner gerechnet hätte. Jedoch konnte der Gastgeber die Entschlossenheit und auch die Konzentration der Anfangsphase nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen. Daher als Fazit: Ein nicht unverdienter, aber auch schwer erkämpfter Derbysieg für unsere M1.

Zum nächsten Tanz wird gebeten

In Kürze steht schon das nächste Ligaspiel an: Nämlich HEUTE! Also je nach Lesezeitpunkt vielleicht ja bereits gestern, was Schade wäre, denn das hieße, Ihr hättet es verpasst. Deswegen hier noch schnell das genaue Datum: Am Dienstag (ja: HEUTE!), 4. Februar, um 20:30 Uhr startet das Nachholspiel gegen den SKV Unterensingen 2, so steht‘s zumindest auf der HVW-Seite. Es wird der bis dato schwerste Brocken, den es in diesem noch jungen Jahr zu stemmen gilt und es ist ziemlich, ziemlich, ziemlich, nein... zu 100 Prozent sicher, dass sich die M1 über die größtmögliche Unterstützung auf den Rängen in der Goldäckerhalle freuen würde. So denn, möget Ihr Euch alle aufraffen zur Pilgerstätte des Filder-Handballs! :)

M1: Mit breiter Brust ins neue Jahrzehnt

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Guten Tag allerseits! Und gleichzeitig noch nach-nachträglich, da ja nun auch schon ein paar Tage ins Land gezogen sind, Ihnen beziehungsweise Dir als Leser ein frohes neues Jahr. Möge der Übergang in die Zwanzigerjahre des 21. Jahrhunderts sanft und ohne großartigen Blessuren gelungen sein. Und ohne auch nur einen einzigen Blick auf die Brustpartien der Spieler der M1 geworfen zu haben und somit im vollkommenen Unwissen stehend, ob sich diese über die Feiertage wirklich physisch erkennbar verbreitert haben, steht die Schlagzeile nicht gänzlich ohne Berechtigung so da.

Denn vom psychischen Aspekt her – aufgrund des Ausgangs und der gezeigten Leistung im letzten Ligaspiel des vergangenen Jahrzehnts – dürfte jeder einzelne Spielertorso die nächsthöhere Trikot-Kleidergröße durchaus vertragen können. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Spieler nun höchstwahrscheinlich querstellen müssen, um durch eine einflügelige Tür zu passen. Also, wir reden von einer offenen Tür. Bitte arbeitet hier konzentriert mit! Doch das ist selbstverständlich nur reine Spekulation, und eigentlich sollte es ja auch nur bedeuten: Genug gesundes Selbstvertrauen für die ersten Spiele im Januar sollte vorhanden sein.

Ein echtes Spitzenspiel – in jeder Hinsicht

Das besagte Auswärtsspiel gegen den TSV Weilheim versprach – auf Bezirksklassen-Niveau runter gebrochen – ein echter Knaller zu werden. Es trafen die beiden Teams mit den bis dato wenigsten Minuspunkten aufeinander. Das ist zur Mitte der Saison zwar noch kein endgültig wegweisendes Spiel, denn dazu sind die ersten sechs Mannschaften der Liga von den Punkten und der Spielstärke her einfach zu nah beieinander. Aber eine Niederlage als Jahresabschluss, noch dazu in solch einer Konstellation, konnte und wollte sich keines der beiden Teams erlauben. Alles andere wäre ja verrückt.

Dass das Aufeinandertreffen aber nicht nur von den Spielern, sondern auch von den Anhängern aus Weilheim und Leinfelden-Echterdingen durchaus ernst genommen wurde, zeigte die bis zum Bersten gefüllte Sporthalle an der Lindach in Weilheim. Zahlreich präsentierte sich auch die mitgereiste Gruppe von der Filderebene. So entstand eine durchaus knisternde Atmosphäre in der Halle, die dem Status des anstehenden Spitzenspiels durchaus gerecht wurde: Euphorisch, aber nie unfair. Eigenschaften, die eigentlich einem x-beliebigen Fussballspiel auch mal ganz gut zu Gesicht stehen würden, so rein aus dem Rausch des Erinnerungs-Momentes raus gesprochen. Für die richtige Stimmung war also gesorgt, jetzt musste sich nur noch das Spiel ebenso spannend gestalten. Und die Akteure auf der Platte sollten Taten folgen lassen.

Hält, was es verspricht

Wohl wissend um die sportliche Bedeutung des Spielergebnisses agierten beide Teams zu Beginn. Hööögschde Konzentration ohne allzu viel technische Fehler, starke Abwehrreihen und gut aufgelegte Torhüter prägten die ersten Minuten der Partie, in welchen die M1 meistens mit einem Tor leicht in Führung lag. Technisch hielt das Spiel zu diesem Zeitpunkt und in sehr, sehr vielen Momenten im weiteren Verlauf, was der Tabellenstand beider Teams versprach. Diverse Blocks und Steals in beiden Abwehrreihen, die Trainer schienen ihre Rasselbanden durchaus mit den richtigen Worten auf die Partie eingestimmt zu haben.

Doch nach 15 Minuten Spielzeit änderte sich etwas. Plötzlich lag die M1 mit 4:7 vorne und hatte auch das notwendige Glück auf ihrer Seite. Denn ohne dieses wäre der etwas zu hastig gespielte Angriff mit einem zu schnellen Abschluss wohl nicht als Abpraller bei unserer frei stehenden Nr. 33 am Kreis gelandet, der dann mit nur wenig Mühe den achten Treffer für die HSG markierte. Noch besser lief es in der Abwehr und der Torhüter-Position. Zur zwanzigsten Minute hatte Weilheim sieben Tore erzielen können, davon zwei durch Tempogegenstöße und zwei durch Siebenmeter. Gegen den Aufbauangriff der Weilheimer hatte unsere Defensive also nicht allzu viel zugelassen. Das könnte auch daran gelegen haben, dass es in der Abwehr bis dahin endlich mal angemessen laut zuging und klare Ansagen gemacht wurden.

Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte der Angriff der M1 zeitweise eine Schwächephase, woraus der Ausgleich zum 9:9 in Minute 22 sowie zwei Zeigerumdrehungen später der erste Rückstand seit dem 1:0 resultierte. Es spricht jedoch für die HSG an diesem Tag, dass darauf drei Tore in Folge geworfen wurden, die mehr oder weniger den Charakter von Einzelaktionen hatten: Tempogegenstoß und zwei beherzte Rückraumwürfe in den langen Winkel. Wenn es mal zeitweise beim Aufbau des Angriffes nicht klappte, übernahm sofort jemand die Verantwortung. Vielleicht in diesem speziellen Spiel der Schlüssel zum späteren Endergebnis. Aber auch unser Torhüter hatte einen Bärenanteil daran – besonders in den letzten Minuten der ersten Durchgangs – dass die M1 mit einer Führung von 12:13 in die Pause gehen konnte.

Das Spitzenspiel ist angekommen

Die zweite Halbzeit begann mit dem Ausgleich für Weilheim, die besser aus der Kabine zu kommen schienen. Bis zum 13:14 konnte die M1 ihre Führung noch behaupten. Was dann folgte, kann man wohl am besten mit der Phrase „Zwei-Tore-Phänomen“ beschreiben. Denn kurioserweise vollbrachten es beide Teams danach, jeweils zwei Tore in Folge zu werfen. Die Spielstände wechselten von 13:14 auf 15:14 auf 15:16 auf 17:16. Was es für die Zuschauer irrsinnig spannend machte, die sich oftmals dachten, dass es ja wohl möglich sein musste, mit zwei Toren in Folge eventuell auch das dritte oder vierte nachzulegen um sich absetzen zu können. Pustekuchen. Zwei technische Fehler im Angriff der M1 jedoch beendeten diese Serie, die Weilheim mit Tempogegenstößen nutzte und somit dann doch leicht davonziehen konnte.

Mit einem Zwischenergebnis von 8:4 in der zweiten Halbzeit ging diese bis zu diesem Zeitpunkt klar an den Gastgeber aus Weilheim, die zu Beginn der zweiten 30 Minuten das bessere Team waren. Aber das Gute an diesem Spiel: Es blieb spannend, denn nach ihrerseits zwei aufeinander folgenden Tempogegenstößen war die M1 wieder dran und im Spiel. Mit einem Vier-Tore-Run ohne Gegentor konnte die HSG sich sogar wieder die Führung zum 20:21 zurück erobern. Auch dem letzten Zuschauer in der Sporthalle an der Lindach offenbarte sich zu diesem Zeitpunkt das auf dem Papier angekündigte Spitzenspiel. Starke Szenen auf beiden Seiten häuften sich nun, die im Rahmen dieses Spielberichts nicht alle beschrieben werden können. Sie beziehungsweise Du würden/würdest sonst den Rest des Januars verpassen und das will ja jetzt schließlich auch keiner. Die Spieler trauten sich was zu, wovon das Meiste auch gelang. Zudem hatte unser Torhüter eine gefühlte Quote von 60 Prozent; also ohne das explizit ausgerechnet zu haben. Das sollte als Beschreibung dieser Minuten ausreichen. Benutzt Eure Phantasie und arbeitet immer noch konzentriert mit. Oder erinnert Euch einfach, es waren ja genug Leute mit dabei...

Die letzten zehn Minuten brachen an, der Spielstand: 24:25 für die M1. Eine extrem spannende Schlussphase bahnte sich an, die auch hier mit kuriosen Szenen aufwarten konnte. Zunächst begann das letzte Sechstel des Spiels für die HSG in Unterzahl. Zudem stellte die Defensive der Weilheimer um und nahm unsere Nr. 55 aus dem Spiel. Trotzdem gelang es den verbleibenden vier Spielern im Angriff, weiter Tore zum 25:27 und 26:28 zu werfen und das Team somit im Spiel zu halten. Der Treffer zum 27:29 könnte als Tor des Spiels in Erinnerung bleiben. Unser Rechtsaußen nutzte die durch einen Abpraller entstandene Verwirrung in einer Traube von Spielern, reagierte als Schnellster während sich alle anderen noch nach dem Ball umschauten und sprang alleine losgelöst von der Menge wie Phönix aus der Asche Richtung Tor und drosch das beharzte Spielgerät mit der Kraft von mindestens sieben Drachen voll in die Maschen. Also so ähnlich, nur nicht ganz soooooo heroisch und ohne Flügel und ohne dieses lächerliche Feuergespeie. Aber spektakulär sah‘s schon ein wenig aus.

Gibt es ein besseres Bild, um die Geschichte eines Spieles zu Ende zu erzählen? Keine Ahnung, vermutlich schon, aber es gibt ja diese Saison auch noch die ein oder andere Spiel-Nacherzählung. Erwähnenswert wäre noch, dass die M1 das Auswärtsspiel in Weilheim mit 30:32 gewonnen hat. Das weiß mit Sicherheit schon jeder, aber es gehört einfach zur Vollständigkeit mit dazu. Mal sehen, ob sich die Energie und Euphorie dieses Auftritts auch in die Rückrunde rüber retten lässt...

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Das nächste Mal nach langer Pause

Zur nun angebrochenen Rückrunde nach – zumindest für die M1 – fünf Wochen spielfreier Zeit sieht man sich hoffentlich zahlreich in der Goldäckerhalle zu den Spielen der M1 und der anderen Teams. Gelegenheit dazu gäbe es genug: Denn nach einem Übergewicht an Auswärtsspielen in der Hinrunde darf die M1 in der ersten Jahreshälfte noch acht Mal den Gastgeber mimen. Zusammen mit der Tatsache, dass man zwar aufgrund von weniger absolvierten Spielen nicht an der Spitze der Tabelle steht, aber zumindest mit den wenigsten Negativpunkten (16:4) der Liga auf dem Konto in die Rückrunde geht, lässt die Vorfreude darauf nicht kleiner werden.

Das erste Heimspiel findet am 18. Januar gegen den SKV Unterensingen 2 statt. Anpfiff ist um 20:00 Uhr. Davor könnte man sich durchaus überlegen, dem bunten Treiben des vierten Männerteams der HSG Leinfelden-Echterdingen beizuwohnen, die sich um 18:00 Uhr gegen die Zweite der SG Esslingen beweisen müssen. Oder aber man fiebert mit dem deutschen Team bei der EM mit und schau zu, wie diese sich wohl gegen Kroatien so schlagen. Ob es nun in der Goldäckerhalle oder in Wien den wahrscheinlicheren Erfolg gibt; nun, dazu lässt sich nur spekulieren...

M2: 30 Minuten, in denen alles schief lief

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Kuckuck, na da macht Ihr große Augen, wa? Ja, auch die M2 meldet sich mal mit einem Spielbericht auf der HSG-Startseite. Also zumindest mal so lange, bis sie von anderen Meldungen verdrängt wird. Aber hey, das ist schon in Ordnung, denn so läuft das nun mal im Online-News-Life. Schön, das wäre also geklärt. Dann können wir ja flugs zum Spielgeschehen kommen und diese etwas missglückte Einleitung (der Bericht möchte heute ein wenig Scheitern...) glücklicherweise so schnell wie möglich vergessen.

Es war Heimspieltag-Wochenende am 23. November. Und die M2 dufte an diesem Tag das Vor-Vorspiel zum „mehr-als-notwendig“ spannenden Spiel des ersten Damen-Teams und der darauf folgenden etwas ruppiger geführten 60 Minuten der vierten Männermannschaft bestreiten. Als Gast begrüßte die zweite Garde aus Leinfelden-Echterdingen das Team der HT Uhingen-Holzhausen, ebenfalls in derer zweiten Version. Eine von der Tabellensituation her schwere Partie für die M2, die ihre bisherigen vier Punkte in dieser Saison nur auswärts holen konnte. Höchste Zeit also, die Punkte endlich mal in der Goldäckerhalle zu behalten.

Zwei Auszeiten verändern alles

Für einen großen Teil der ersten Halbzeit bestimmten lange Angriffe die Begegnung, ohne das sonst gewohnt schnelle Spiel der M2. Bezeichnend, dass die ersten beiden Tore für das Heimteam durch die beiden Außenspieler erzielt wurden, die der Angriff geduldig freizuspielen wusste. Zudem schien der junge HSG-Keeper ebenfalls auf dem Posten zu sein, der einen Tempogegenstoß parierte und somit die Zwei-Tore-Führung der M2 festhielt.

Das darauf folgende Tor zum 5:2 - ein in dieser Phase seltenes Beispiel für einen schnellen Angriff und ein ebenso gutes Beispiel dafür, wie man eine zweite Welle ausspielen kann - schloß unser Linksaußen sehenswert mit einem Dreher ab. Auch die Einzelaktion zum 6:4, mit welcher sich Ball wuchtig unten neben den Innenpfosten ins Tor zimmern ließ, machte berechtigte Hoffnung auf den ersten M2-Heimsieg der Saison.

Lediglich in der Abwehr leistete sich der Gastgeber Abstimmungsprobleme, so dass die Führung von zwei bis drei Toren nicht weiter nennenswert ausgebaut werden konnte. Ebenso änderte sich das Spiel auch nicht großartig, sodass das Gästeteam aus dem Göppinger Vorland - eigentlich der klare Favorit dieses Aufeinandertreffens - nicht zum Ausgleich kam. Bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht...

Dann folgten kurz hintereinander zwei Auszeiten, die zur Folge hatten, dass die eine Mannschaft entweder aus ihrem Konzept oder wahlweise die andere in ihres gebracht wurde. Das Spiel war in der 22. Minute angekommen und Uhingen-Holzhausen glich erstmals beim Stand von 10:10 aus. Die erste Führung gelang den Gästen nach einem schönen Kracher, aber auch für diese Liga eher ungewöhnlichen Wurf, zum 11:12. Dem folgte Sekunden später ein weiterer Treffer zum 11:13. Die Partie war gedreht. Mit einem Rückstand von zwei Toren (12:14) ging es für die M2 in die Pause. Ein Ergebnis, das durchaus hätte höher ausfallen können, wenn der HSG-Keeper kurz vor dem Pfiff zur Halbzeitunterbrechung nicht zwei Mal hervorragend reagiert hätte.

Ein wenig Kritik darf sein

Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit begannen die besagten 30 Minuten, in welchen nichts so richtig funktionieren sollte. Zudem hatte das junge Team der HSG natürlich den psychischen Nachteil, nun einem Rückstand hinterherzulaufen, obwohl man bis dahin knapp über 73 Prozent der Spielzeit in Führung lag. Wer aber auf ein Aufbäumen und an ein Anknüpfen an die ersten Minuten der ersten Halbzeit hoffte, wurde enttäuscht. „Die bewegen sich ja auch kaum, so kenne ich das von denen gar nicht“, so der O-Ton aus dem Fanlager.

Gut ins Bild passt eine Szene aus den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs, in welcher die Uhinger locker einen Tempogegenstoß ausspielten und den finalen Pass auf ihren nach vorne geeilten Außen brachten, der dort aber bereits mehrere Sekunden ohne Begleitung und sträflich alleine gelassen auf das Anspiel wartete. Hier darf der junge Keeper der M2, an dem in diesem Spiel nur wenig auszusetzen war, seine Vorderleute ruhig auch mal verbal zusammenstauchen.

Über die Zeit häuften sich nun kleinere und größere Fehler, wie beispielsweise das überhastete Abschließen von Tempogegenstößen, Fuß- und Fangfehler sowie unnötige Ballverluste bei eigener Überzahl. So konnte der Gast eine Unterzahl mit 0:2 Toren für sich entscheiden und den Spielstand auf 18:25 weiter hochschrauben. Der Rückstand der M2 vergrößerte sich immer mehr, ein paar Zeigerumdrehungen später stand es sogar 18:28 bei noch siebeneinhalb Minuten verbleibender Spielzeit.

Immerhin zeigte das Team der M2 zum Schluss noch einmal Moral und wollte sich mit einer merklichen Leistungssteigerung und einer nicht noch größeren Tordifferenz aus dem Spiel verabschieden. Das gelang der HSG, auch wenn es nichts mehr einbrachte und man das Spiel - wenn man es über die gesamten 60 Minuten betrachtet - mit einer am Ende okayen (oh ja, das ist tatsächlich ein Wort beziehungsweise ein Adjektiv) Niederlage von 25:33 abgeben musste.

Und nun? Was könnten die Lehren sein? Es gilt nun, diese zweite Halbzeit schnellstmöglich zu vergessen und an die ersten 20 bis 25 Minuten anzuknüpfen und etwas Kontinuität in den Spielfluss reinzubringen. Mund abputzen und weitermachen. Kein Spielbericht kommt ohne platte Floskel aus... Scheitern: Check.

Eine Auswärtstour? Kann man mal machen...

Das nächste Spiel der M2 findet bereits am kommenden Samstag (30. September) auswärts in Neuhausen statt. Um 17:00 Uhr geht es in der Egelsee-Sporthalle 1 gegen die zweite Mannschaft der Neuhäuser - oder Neuhausener? Herrje, wie genau heißt das denn eigentlich richtig? Wenn Ihr‘s wisst, schreibt‘s einfach in die Kommentare, Leute. ;) Jedenfalls geht es gegen das Team, welches in der letzten Saison noch eine Klasse höher gegen unsere M1 gespielt hat.

Und da wir gerade schon beim Thema sind: Ein paar Kilometer weiter im Neckartal hat sich die M1 am gleichen Tag um 20:00 Uhr in der Theodor-Eisenlohr-Sporthalle gegen das zweite Team aus Zizishausen zu beweisen. Beide Spiele versprechen spannend zu werden, denn die M2 möchte bestimmt mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung fröhnen und einen Zweier aus einer gegnerischen Halle klauen, was aber alleine beim Blick aufs Tableau keine allzu einfach Aufgabe werden könnte. Gleichzeitig möchte die M1 ihre Aufstiegsambitionen - ebenfalls mit einem Sieg - gegen das Nürtinger Stadtteil-Team untermauern. Schwere Aufgaben für beide Teams, aber für den geneigten Fan ein leicht zu kombinierender Ausflug, der sich lohnen könnte...

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