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HANDBALL Halleneröffnung

Filder-Zeitung vom Freitag, den 27. Februar 2009, Seite Nr. IV
Und da schlägt es auch schon ein Echterdingen. Rund 800 Zuschauer, mehr ging nicht. Für den Handballabend zur Eröffnung der neuen Sporthalle in den Echterdinger Goldäckern war damit der passende Rahmen gegeben. Egal, dass das Frauenteam des Gastgebers sein "Spiel des Jahres" erwartet hoch verlor.
„Nichts denken, einfach nur draufhauen." Wenn es doch nur immer so einfach wäre. Ausholen, werfen, Tor - egal ob die Torfrau nun Celia Schneider oder Alexandra Meisl heißt. Vom Siebenmeterstrich jedenfalls ist Jennifer Strifler vom Württembergligisten TV Echterdingen am Mittwoch beim 11:47 gegen den Bundesliga-Achten Frisch Auf Göppingen fast schadlos geblieben. Sechsmal trat sie zum Duell an, fünfmal zappelte der Ball im Netz. Dass ihre fünf Treffer in der Freundschaftspartie anlässlich der Halleneröffnung im Sportpark Goldäcker am Ende nicht mehr waren als ein bisschen Ergebniskosmetik, hat wohl keinen der knapp 800 Zuschauer gestört.
Und schon gar nicht die jungen Gastgeberinnen selbst. „Wir wollten weniger als 50 Tore bekommen und mehr als zehn schießen - beides haben wir erreicht", sagte die Echterdinger Spielmacherin Daniela Schwarz, die ein ums andere Mal von ihren Gegnerinnen nur siebenmeterreif am Torwurf gehindert werden konnte. Ein tolles Gefühl sei es gewesen, einmal gegen einen Erstligisten spielen zu dürfen und Motivation pur. „Ich finde, dass wir uns ganz wacker geschlagen haben", konstatierte Schwarz.
Letzteres dürfen insbesondere die beiden Torfrauen Christina Baumann und Katharina Wolf von sich behaupten - trotz der 47 Gegentreffer. „So schnell kann man gar nicht schauen, da schlägt es neben dir schon ein", sagte Christina Baumann, die den Abend mit organisiert hatte und es immerhin auf zehn Paraden brachte. Sogar einen Wurf von Aline Silva dos Santos wehrte sie ab. Und das will etwas heißen. Die 1,95 Meter große Brasilianerin, in der vergangenen Saison noch beim französischen Vizemeister Le Havre AC unter Vertrag, stand bei den Olympischen Spielen in Peking im Kader ihres Heimatlands. Einen Geschmack von internationaler Härte haben denn auch Kristina Platz und Sabrina Scheu bekommen. Die beiden Echterdingerinnen wechselten sich auf der Kreisläuferposition ab und prallten ein ums andere Mal quasi gegen eine Wand. Deren Name: dos Santos.
Zuletzt erwiesen sich die Gäste als freundliche Sieger. Die Göppinger Keeperin Alexandra Meisl, die noch unter ihrem Mädchennamen Gräfer 63 Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft hatte, bezeichnete das Spiel als „besonders schwierig". Wenn man gegen einen niederklassigen Gegner wie den TV Echterdingen nicht hoch konzentriert zu Werke gehe, könne man nur schlecht aussehen - auch im Tor: „Du denkst, da kommt jetzt ein richtiger Wurf, aber dann kommt da eben keiner und du stehst schon auf dem falschen Fuß", sagte sie.
Ähnliche Erfahrungen machten am Mittwoch anschließend auch die Torhüter von HBW Balingen-Weilstetten. Beim 40:37 im zweiten Spiel des Abends gegen den Regionalligisten TSV Neuhausen musste der stark ersatzgeschwächte Bundesligist schon alles in die Waagschale werfen, um als Sieger vom Feld zu gehen.
Für die im sonstigen Ligaalltag gebeutelten Echterdingerinnen und deren Verein blieb als finale Erkenntnis, einen würdigen Auftakt an neuer Stätte gehabt zu haben - und auch einen passenden Rahmen für eine andere Angelegenheit. Zwischendurch und im Beisein von Oberbürgermeister Roland Klenk haben der Gastgeberclub und der TSV Leinfelden einen Handball-Kooperationsvertrag unterschrieben, der von der nächsten Saison an gilt, zunächst allerdings nur im Jugendbereich. „Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, mit der Spielgemeinschaft die Kräfte zu bündeln", sagte der Echterdinger Vereinsvorsitzende Walter Reiff. Und auch sein Pendant aus Leinfelden, Martin Doelfs, zeigte sich von der neuen HSG L.-E. - so der offizielle Name - angetan. Dieser Zusammenschluss sei eine hervorragende Sache.
Die Echterdinger Frauen hatten zu diesem Zeitpunkt ihr „Spiel des Jahres" hinter sich und durften durchschnaufen - bis zum morgigen Samstag. Dann gilt: selber Ort, nächster Auftritt, allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Als Tabellenletzter trifft das Filderteam in der Punkterunde auf den TSV Urach. In diesem Fall wäre eine Niederlage weitaus schwerer zu verkraften als am Mittwoch.

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