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M1: Vom Regen in die... Sonne

m1

Saisoneinstand, Heimspiel, Derby, traumhaftes Wetter und eine mit euphorischen Fans beider Teams gefüllte Halle: Gute Voraussetzung für einen fantastischen Start in die Saison und insbesondere in das Spiel, könnte man meinen. Auch trotz der Tatsache, dass der Gegner SV Vaihingen sich vor wenigen Jahren noch in ganz anderen Ebenen im Ligenkonstrukt des HVW bewegte und als Absteiger aus der letztjährigen Bezirksliga wohl eher zum Kreis der Favoriten auf den Aufstieg eben dorthin zurück zu zählen ist. Ein gesunder Respekt vor dem Gegner sollte vor dem Spiel also durchaus geboten gewesen sein.

Und offenbar zollte die M1 den Vaihingern in den ersten Minuten der Partie davon eine kleine Portion zu viel. Als Anhänger der Heim-Mannschaft könnte man das erste Viertel der Begegnung ebenso als „komplett verschlafen“ bezeichnen. Die Abwehr der HSG war - und hier wiederholte sich auch schon ein Problem aus der letzten Saison, das es dringend zu beheben gilt - viel zu leise. Absprachen konnten in der Defensive dadurch nur schwerlich stattfinden, dementsprechend taten sich quasi als Gastgebergeschenk viele Lücken auf, was der Angriff der Vaihinger auch dankend annahm.

Und wie sah das im HSG-Angriff aus? Bemühungen waren vorhanden, jedoch machte das Team vorne einen nervösen Eindruck. Bezeichnend dazu eine Szene in HSG-Unterzahl, in welcher der Ball vorne nicht ruhig durchgespielt sondern eher hastig vertendelt wurde und als Einleitung zu einem Tempogegenstoß diente. Zudem war in dieser Phase der lauteste Spieler der Gäste-Keeper, der seine Abwehr lautstark dirigierte.

Kurz gesagt: Beim SV Vaihingen war der Wille zu gewinnen spürbar; die Handball-Fans in der Goldäckerhalle mussten diesen bei ihrem Team vergeblich suchen. Auch die Anzeigetafel verdeutlichte den Spielverlauf und dokumentierte in der 15. Minute einen Spielstand von 5:10. Nur folgerichtig nahm die HSG die erste Auszeit der Begegnung.

Auszeit bringt die Wende

Und obwohl gleich der erste Angriff nach der Auszeit von der Gastmannschaft abgefangen und die Tordifferenz auf sechs Tore gestellt wurde, hatte die Auszeit ihre erhoffte Wirkung nicht verfehlt. Denn es sollte das erste und einzige Mal in dieser Partie sein, dass der Gast mit sechs Toren führte. Von diesem Zeitpunkt an schrumpfte der Torabstand immer weiter zusammen - also der Spielstand natürlich; die Position der beiden Gehäuse ist selbstverständlich gleich geblieben, sind ja schließlich festgeschraubt, die Dinger. Bitte arbeitet hier konzentriert mit!

Konzentrierter ging nun auch die HSG zu Werke und zeigte im Angriff mehr Aggressivität und Durchsetzungsvermögen. Auch in der Abwehr wurden jetzt mehr Bälle erkämpft und die Lücken konsequenter geschlossen beziehungsweise gar nicht erst geöffnet. Neben dem Willen und dem Kampfgeist kehrte zudem das Glück zum Team zurück. So landete beispielsweise ein vom Pfosten angeprallter Tempogegenstoß bei unserem mitgelaufenen Linksaußen, der dann nur wenig Mühe hatte, den Ball im leeren Kasten unterzubringen. Dieser Treffer markierte bereits das 9:11, wenig später fiel der direkte Anschluss zum 10:11.

Die Einstellung der letzten Minuten behielt die HSG bei, so dass sich wenig später der Vaihinger Trainer veranlasst sah, beim 13:14 in der 25. Minute seine erste Auszeit zu nehmen. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit gehörten dann wiederum den Vaihingern, die mit der nun plötzlich aufkommenden Unruhe offenbar besser zurecht kamen. Zeitweise saßen drei Spieler gleichzeitig mit Zwei-Minuten-Strafen auf der Bank, wodurch das Spielfeld unnatürlich übersichtlich aussah. Zur Pause konnte der Gast seine Führung wieder etwas ausbauen. Mit 14:18 wurden die beiden Teams zur Halbzeitansprache der Trainer in die Kabinen geschickt.

Schnell wieder dran

Und dort gab es wohl - so vermutete der nicht in der Kabine anwesende Zuschauer - eindringliche Worte des Leinfelden-Echterdinger Trainers. Denn so wie die M1 aus der Kabine kam, hätte man sich das wohl auch schon zu Beginn der ersten Halbzeit gewünscht. Gleich die erste Aktion führte zu einem schnellen Tor, der darauf folgende Angriff der Vaihinger dann erfolgreich geblockt und den anschließenden Angriff wieder direkt verwandelt. Auch der Torhüter schien jetzt warm zu sein, sodass das heimische Team schnell wieder auf ein Tor zum Spielstand von 17:18 in der 33. Minute herankam.

Eine besseres Auftreten legte die M1 jetzt auch in Unterzahl an den Tag, die es in solchen Situationen sogar schaffte, die Außen freizuspielen. Dazu trumpfte unser Keeper immer mehr mit ganz hervorragenden Reflexen auf, der somit die „0“ in Unterzahl rettete. Kurios: Kurz nachdem die Zwei-Minuten-Strafe beendet war, durfte derselbe Spiele keine 20 Sekunden später wieder für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen.

Hohem Tempo folgt Hektik

Der erste Gleichstand - abgesehen vom 0:0 zu Beginn - gelang der HSG zum 19:19 in der 37. Minute, die erste Führung folgte zwei Minuten später zum 22:21. Generell war die Partie in diesen Minuten von hohem Tempo geprägt, es ging mit Licht und Schatten hin und her. Würde man Gewinner dieser Spielphase ausmachen wollen, käme die dafür zuständige Jury wohl nicht am HSG-Torhüter und seinem Angriff vorbei.

Eigentlich eher - diplomatisch ausgedrückt - unverständlich schloss sich daran eine sehr hektische Phase an, die von vielen Ballverluste und Zwei-Minuten-Strafen auf beiden Seiten geprägt war. Den Höhepunkt markierte eine rote Karte für den Gast aus Vaihingen, die zeitweise mit nur vier Feldspielern auf der Platte standen. Aus dieser Situation heraus konnte sich die M1 mit drei Toren (28:25 in Minute 47) zum ersten Mal ein wenig absetzen. Die Hektik der letzten Minuten legte sich schlussendlich mit dem 29:25, ein schön herausgespielter Angriff, welcher mit einem sehenswerten Kreisanspiel vollendet wurde.

Die zweite Vaihinger Auszeit beim Spielstand von 31:27 in der 51. Minute sollte gleichzeitig auch die Letzte des Spiels sein. Vaihingen konnte daraufhin zwar noch zum 31:28 verkürzen, dies sollte aber das letzte Tor des Gastes in dieser Begegnung sein. Dagegen drehte der Gastgeber nochmal auf, der aufgrund der verschlafenen ersten Minuten seinen Torhunger wohl noch nicht zur Gänze gestillt hatte. Eine eher leichtes Unterfangen, denn der Gast brach jetzt merklich ein und gab das Spiel auf. Am Ende siegte die HSG mit 37:28 und holte sich die ersten beiden Punkte in die Goldäckerhalle.

Ein kurzes Fazit

Nach schwachem Beginn steigerte sich die M1 im Laufe des Spiels kontinuierlich, so dass der Sieg auch in dieser Höhe schlussendlich in Ordnung geht. Ein durchaus sehr wichtiger Sieg gegen einen - von den letzten Minuten abgesehen - motivierten Gegner. Die Duelle mit dem SV Vaihingen sind immer etwas Besonderes, auf das Rückspiel kann man sich durchaus jetzt schon freuen. Einen ganz fantastischen Saisonstart könnte die HSG mit einem erfolgreichen zweiten Spiel perfekt machen.

Das nächste Mal ist heute!

Das nächste Spiel der M1 findet bereits heute (Samstag, 21. September) statt; dann ist das Team um 19:30 Uhr Gast beim bisher noch spielfreien SKV Unterensingen II.

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