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M1: Erster Heimsieg 2019 vertagt

Ein neues Jahr hat angefangen. Gut, zugegeben: der erste Monat ist nun auch schon wieder rum. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mir vorgenommen habe, mich bei Spielberichten künftig auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht abzuschweifen. Obwohl... es mir gerade beim Schreiben ziemlich warm ist. Ganz im Ernst, weil es draußen so kalt ist bollert die Heizung auf Höchststufe. Und daher sich meine Butze aufgrund der kleinen Zimmer viel zu schnell aufheizt und zur Abkühlung ein Gang auf den Balkon bei dem Wetter einfach keinen Sinn macht... Wie auch immer, es läuft mir gerade siedend heiß in die Kimme.

Und nun zu etwas völlig anderem: Handball!

So, daher jetzt wahrscheinlich nur noch die Leser vor dem Bildschirm sitzen, die das Spiel auch tatsächlich im Nachgang noch interessiert, kann es ja losgehen. Viel erwarten durfte der Zuschauer von der Partie der M1 gegen die Zweite aus Wolfschlugen: Zum einen deswegen, weil es für die M1 das erste Spiel im Jahr 2019 war, dazu noch in der heimischen Halle. Dann die Tabellensituation; der Gast als Tabellenführer und der Gastgeber als Zweiter. Und nicht zu vergessen die Tatsache, dass das Hinspiel in Wolfschlugen mit 34:37 an unsere M1 ging und die Wolfschlugener bestimmt nicht nach Leinfelden-Echterdingen kamen, um das Rückspiel ebenfalls zu verlieren. Die Voraussetzungen für ein Fest, sie waren vorhanden. Und erfreulicherweise schien die Goldäckerhalle dafür auch ein wenig voller zu sein als sonst.

Gleich in der ersten Minute traf jede Mannschaft je einmal mit diesem unvergleichlichen Kunstleder-Aluminium-Schmatzen den Pfosten, das erste Tor ging ein paar Sekunden später an die Gäste. Generell konnte man bereits zu diesem Zeitpunkt schon erkennen, dass beide Teams in den Wochen vor dem Spiel offenbar sehr aufmerksam Handball in der Glotze verfolgt hatten. Oder sie haben gut trainiert. Oder eben auch gleich beides, was weiß denn ich? Jedenfalls sah das nach sehr viel Lust auf Handball aus, was beide Teams auf der Platte boten.

Am Anfang ausgeglichen

Das erste Tor für die HSG fiel nach knapp fünf Minuten zum 1:1. Trotz ansehnlichen ersten Minuten waren Tore Mangelware, was sich danach ändern sollte. Besonders auf Seiten der Heim-Mannschaft gelangen Tore durch einstudierte Spielzüge, die mit der notwendigen Ruhe ausgespielt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren es eher die Gäste, die ihre Angriffe etwas zu überhastet abschlossen. So bot sich bis zur 15. Minute ein ausgeglichenes Bild, was auch der Spielstand von 7:7 wiedergab.

Danach wendete sich leider das Blatt. In der Abwehr agierte die M1 zweimal unglücklich, als jeweils der hervorragend parierte Ball unseres Torhüters beim Gegner landete und die Nachwürfe postwendend den Weg ins Tor fanden. Generell unterliefen der HSG jedoch nur wenige leichte Fehler, die aber eine immer besser ins Spiel findende Gästemannschaft sofort bestrafte. Nachdem Wolfschlugen kurzzeitig mit drei Toren davon gezogen war, kämpfte sich die M1 unter anderem durch einen starken Konter zum 11:12-Anschluss heran. Die Anzeigetafel - im übrigen immer noch nicht repariert - läutete hier schon die 25. Minute und somit den Endspurt in der ersten Halbzeit ein.

Beide Teams trafen durch eine große Variation aus dem gesamten antrainierten Wurfrepertoire, was der Partie zusätzliche Attraktivität verlieh. Aber auch an Spannung mangelte es nicht, der taktische Kniff des Empty Goal schien nun auch im Spiel angekommen zu sein. Erstmals machte die HSG in Unterzahl davon Gebrauch, bis exakt 40 Sekunden später auch die Wolfschlugener mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurden. Der Knackpunkt der ersten Halbzeit - und vielleicht auch der des Spiels - waren die letzten Minuten in Durchgang Eins. Nach zwei Fehlern im HSG-Angriff konnten die Gäste erstmals mit vier Toren in Führung gehen. Die danach notwendige Auszeit brachte nur noch eine leichte Korrektur des Halbzeit-Ergebnisses von 14:17. Um ein wenig zu Spoilern: Ein Rückstand, den die M1 in der zweiten Halbzeit leider nicht mehr aufholen konnte.

Nicht aufgegeben

Die zweite Halbzeit begann ebenso mit viel Tempo auf beiden Seiten, jedoch leider mit den besseren Abschlüssen für das Team aus Wolfschlugen, das seine Führung zur 40. Minute zum 18:24 ausbauen konnte. Bemerkenswert aber, dass der Wille und der Einsatz der M1 dadurch nicht gebrochen schien. Exemplarisch dafür sei eine Szene unserer Nr. 15 erwähnt, der einem Konter der Gäste hinterherlief, den Gegenspieler an der Neun-Meter-Linie erreichte und ihm im letzten Moment fair den Ball aus der Hand spitzelte. Dafür gab es zurecht Sonderapplaus.

Erstmalig mit zehn Toren führte der Gast in Minute 49 durch einen verwandelten Siebenmeter zum 20:30. Als letzte Maßnahme, das Spiel doch noch eng zu gestalten, spielte die HSG ab Minute 51 im Angriff in Überzahl, der Torhüter wurde also vom Feld genommen. Wolfschlugen hingegen nahm sich danach den ein oder anderen Wurf und ließ in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen.

Am Schluss war der Sieg der Gastmannschaft mit dem Endergebnis von 26:33 eingetütet. Die M1 hatte an diesem Samstag eine Mannschaft vor der Brust, die über das gesamte Spiel einfach besser war und somit verdient gewonnen hat. Dennoch gibt es nicht allzu viel, was die Hausherren sich vorzuwerfen haben. Was die Moral und den Willen angeht, könnten ruhig mal die Kicker vom Neckar Samstagabends in die Goldäckerhalle kommen und Anschauungsunterricht nehmen.

Gute Leitung

An dieser Stelle sei auch ein Lob an den Schiedsrichter angebracht, der diese durch die Tabellensituation potentiell brisante, im Endeffekt aber sehr faire, Partie alleine gut im Griff hatte. Ganz im Gegensatz zu den beiden Herren, die versucht haben, davor das Spiel der Damen zu leiten. Ein Versuch, der durchaus als „in die Hose gegangen“ bezeichnet werden kann. Manchmal sieht ein Augenpaar dann eben doch mehr als deren zwei. Obwohl kein Mensch genau weiß, wie das gehen soll.

Das nächste Mal

Das nächste Spiel der M1 ist bereits Vergangenheit. Krass! Das liest sich, als wäre man in einer von diesen ultranervenden Zeitschleifen gefangen. Immer ätzend, wenn so etwas passiert. Die Vorgänge darin können am besten so beschrieben werden, dass diese in der Zukunft schon so lange abgeschlossen sind, dass es den Anschein hat, sie hätten in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden. Mega deep, oder? Beispiel: Die M1 wird das nächste Spiel gegen Weilheim mit 31:35 gewonnen hatten. Ist vielleicht noch etwas ungewohnt im Sprachklang, ergibt aber bei näherem Nachdenken Sinn. Glaube ich...

Das in der Zeitrechnung von heute nächste Spiel der M1 findet am 23. Februar zuhause gegen Bad Urach statt. Der nächste sehenswerte Knaller: Beide Mannschaften haben Stand heute jeweils acht Minuspunkte auf dem Konto; aktuell sieht das nach einem Kampf um den zweiten Tabellenplatz aus.

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