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M1: Die HSG-Welt (noch) nicht gerettet

m1Es ist Donnerstag, der 1. November. Also... jetzt explizit heute selbstverständlich nicht. Die Chance, dass heute irgendein anderer Tag ist, ist relativ hoch. Aber das Auswärtsspiel unserer M1 gegen die Zweite aus Dettingen fand am 1. November statt, arbeitet hier bitte konzentriert mit! Und es ist kurz vor 18 Uhr... ihr versteht!? Darüber hinaus ist es tiefster Herbst, und wenn man zu dieser Jahreszeit an genau diesem Tag zu dieser Uhrzeit die B28 von Reutlingen in Richtung Dettingen fährt, ist es schon relativ düster. Lediglich die bereits untergegangene Sonne lässt noch einen kleinen Streifen blaue Helligkeit am Himmel stehen. So sieht es zumindest im Rückspiegel aus. Das spärliche Licht, das von hinten scheint, legt die Umrisse der Schwäbischen Alb frei, die sich direkt vor einem aufbäumt und bedrohlich schwarz anmutet. Bei genauem Hinsehen sind in der Dunkelheit noch vereinzelt Nebelschwaden am Fuße der Berge zu erkennen.

Ein Szenario, als würde man direkt nach Mordor fahren. Das verdient ohne jeden Zweifel das Prädikat „beeindruckend“. Der kleine Abenteurer, der vielleicht irgendwo in jedem von uns wohnt, möchte sofort in das dunkle Gebirge aufbrechen und einen kleinen goldenen Ring in einen mit brodelnder Lava gefüllten Krater werfen.

Wenn man dann aber tatsächlich auf dem Parkplatz der Dettinger Sporthalle aus dem warmen Auto steigt, stellt man sich schon die Frage, wo zum Geier zu dieser Jahreszeit solch hohe Temperaturen herkommen sollen, die Metall tatsächlich zum Schmelzen bringen können. Zumal es auf der Schwäbischen Alb schon seit rund elf Millionen Jahren keine aktiven Vulkane mehr gibt. Wenig heldenhaft, das Ganze. Plötzlich kommt man sich ziemlich klein vor. So kann man die Welt nicht retten. Dann muss man den Ring eben auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen und bis zum nächsten Sommer warten. Das dauert zwar etwas, aber immerhin hätten sich dann die Sachen mit der Temperatur und dem Einschmelzen des Ringes von selber erledigt. Frodo hätte das unter diesen Umständen mit Sicherheit nicht anders gemacht, dieses pfiffige kleine Frettchen.

Ich bin ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, ob ich die Geschichte von Tolkien so einigermaßen korrekt wiedergegeben habe. Die Filme habe ich zuletzt gesehen, als sie ins Kino kamen. Also vor rund 18 Jahren. Seitdem nicht mehr. Mittlerweile bin auch ich älter geworden, und da hat man eben einfach nicht mehr die ganz große Lust, sich drei dreieinhalb Stunden lange „Filme über die Schmucktransporte von Lilliputanern reinzuziehen“ [1]. Die dafür aufgewendete Zeit bekommst du nie wieder zurück.

Gute Vorzeichen

Kommen wir also vom gedanklichen Versuch die Welt zu retten zu etwas vollkommen Anderem und Rationalem: Ein Handballspiel in der Bezirksklasse Esslingen/Teck. Und zwar eines, das von den rein tabellarischen Vorzeichen richtig gut hätte werden können. Denn bisher hatte die M1 in dieser Saison gegen jedes Team gewonnen, das in der Tabelle vor ihnen stand. Gegen Dettingens Zweite hingegen lag man nach 13 Minuten leider bereits mit 10:4 zurück, was den Trainer zur ersten Auszeit zwang. Bis dahin hatte er zu viele Lücken in der Abwehr und zu viele verworfene Bälle im Angriff gesehen. Dettingen machte dem Gast das Abwehrleben durch schnelles Positionsspiel und konsequent ausgespielte Spielzüge schwer. Zudem war unsere Abwehr sehr leise, verbale Kommunikation war zumindest auf der Tribüne nicht zu hören. Nach der Auszeit besserte sich das Spielgeschehen etwas. Platzierte Würfe aus der Distanz und ein nun besser aufgelegter Torhüter schien nun das Rezept zu sein und ließ die HSG einen Spielstand von 13:5 zumindest zu einem 13:9 aufholen. Zur Halbzeit ging es mit 16:11 in den Untergrund der Dettinger Sporthalle.

Offenbar Dampf in der Kabine

So ganz genau weiß man natürlich nicht, was zur Halbzeit in der Kabine abging. Was auch immer es war, es zeigte Wirkung: Zu Beginn des zweiten Abschnitts sahen die Zuschauer energische Ballgewinne durch die HSG, die sofort von der Mannschaft und den Zuschauern - natürlich sofern HSG-Fans - frenetisch mit Jubel quittiert wurden. So muss das! Dazu traute sich das Team der M1 im Angriff den ein oder anderen schönen Spielzug zu. Leider blieb der vier bis fünf Tore Rückstand in dieser Phase bestehen, da auch die Dettinger ihrerseits nicht aufs Tore werfen verzichten wollten und dann doch zur 47. Minute bereits mit 24:17 davon gezogen waren. Zehn Minuten vor Schluss nahm die HSG in den Angriffen den Torhüter aus dem Spiel. Auch diese Maßnahme brachte nicht den gewünschten Erfolg, da Dettingen im Angriff trotzdem Tor um Tor warf und zu den richtigen Zeitpunkten die Angriffe clever und lange ausspielten. Dass man der M1 trotz allem den Willen und zumindest in der zweiten Halbzeit die Einstellung nicht absprechen konnte, zeigte einer der letzten Tempogegenstöße, der erfolgreich zum 28:22 abgeschlossen werden konnte. Am Ende stand ein 32:24 zu Ungunsten der M1.

Sportlich über das ganze Spiel und auch mit der notwendigen Neutralität betrachtet hat das bessere Team an diesem ersten November-Abend des Jahres 2018 gewonnen. Ein paar Prozent waren es, die die Mannschaft aus Dettingen individuell stärker war. Vor dem Rückspiel braucht sich die HSG aber auf gar keinen Fall zu verstecken! Und die Chance, es besser zu machen, bot sich nicht mal zwei Tage später im Heimspiel gegen Grabenstetten. Und sie haben es besser gemacht...

[1] Zitat Torsten Sträter

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