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M1: Holpriger Start in den Herbst

m1Die Handball-Saison hat wieder begonnen. Ich freu‘ mich so. Endlich kann man Samstagabend wieder mit ein paar Gleichgesinnten bei einem Bier, einem Kaffee oder sonst irgendeinem Getränk dem Spielgeschehen zusehen und dabei den um ein Vielfaches jüngeren Spielern auf dem Feld ungefragt Ratschläge zurufen. Wie zum Beispiel „Warum spielsch‘ denn net ab?“ oder „Ha, werf‘ doch oifach, Seggl!“, wobei aus derselben Gruppe tunlichst nicht beides gleichzeitig gerufen werden sollte. Wirkt irgendwie unseriös. Besonders beliebt ist auch der Versuch, Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns auf sachlicher Ebene und moderater Lautstärke richtig zu stellen. Aber wem erzähle ich das? Alles in allem also eine herrliche Zeit, die da nun wieder beginnt...
 
Fast fünf Monate musste man darauf jetzt warten; es hat sich wie eine halbe Ewigkeit angefühlt. Und noch viel länger gedauert hat es, sich vorzustellen, über welchen Zeitraum sich so eine halbe Ewigkeit wohl überhaupt erstrecken kann. Ohne Ergebnis, was im Übrigen von keinem je ausgetragenen Handballspiel behaupten werden kann. Und was lag dazwischen? Ein nicht enden wollender Sommer, der einen dazu genötigt hat, Zeit auf dem Balkon oder der Terrasse zu verbringen, in den Urlaub zu fahren, im Freibad zu faulenzen oder lediglich mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet bis spät in die Nacht draußen zu feiern. Grauenhaft, sowas hält ja niemand auf Dauer aus!
 
Aber was weiß ich denn schon? Ich bin doch auch nur ein Text, der Euch ziemlich unbeholfen zu erklären versucht, dass der Sommer an sich eigentlich schon eine ganz geile Zeit und einer der wirklich wenigen guten Dinge des Herbstes tatsächlich der Saisonstart ist. Und das Krautfest. Und Most (warum auch immer, aber was Besseres kann einem zum Herbst einfach nicht einfallen). Aber ich schweife ab...
 
Spiel gegen einen Favoriten
 
Zum ersten Spiel der Saison stand die HSG der TG Nürtingen gegenüber. Die TG gilt als Bezirksliga-Absteiger der vergangenen Saison zum Favoritenkreis um den Aufstieg in die höchste Klasse des Bezirks. Schon in den ersten Minuten wurde nicht nur dem Zuschauer bewusst, dass wohl sehr hoher Aufwand betrieben werden muss, um Punkte aus der Theodor-Eisenlohr-Sporthalle zu klauen. In den ersten Minuten schien die HSG noch nicht ganz wach zu sein, das Team lag nach elf Minuten mit 8:3 zurück. Durch die dann folgenden – teilweise konsequenten ausgespielten – Angriffe konnte das Ergebnis auf 9:6 zumindest spannender gestaltet werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der ersten Halbzeit bereits vorbei. Im Anschluss folgte bis zur 26. Minute eine schier unerklärbare Schwächephase seitens der HSG, die sich leider auch mit einem Sieben-Tore-Rückstand (17:10) auf der Anzeigetafel niederschlug. Immerhin schaffte es der Gast mit der letzten und schönsten Szene der ersten Halbzeit – ein Kreisanspiel, welches unsere Nr. 15 im Fallen mit einem Heber vollendete – einen positiven Akzent zu setzen und neues Selbstvertrauen für die kommenden 30 Minuten zu tanken.
 
Das Fazit zur ersten Halbzeit fällt gemischt aus: Insgesamt war die Abwehr viel zu leise, Schwierigkeiten bei der Zuordnung und Missverständnisse die logische Folge. Manch einer ist geneigt zu sagen, dass 19 Gegentore zur Halbzeit einfach zu viele sind. Hoffnung gab der Angriff: 15 Tore gegen einen starken Gegner wie diesen zu werfen ist das, was wiederum andere Leute als „ziemlich OK“ bezeichnen würden.
 
Vielversprechender Beginn
 
Was so eine Halbzeitpause alles bewirken kann. Gleich die erste Abwehraktion des zweiten Spielabschnitts war erfolgreich. Der erkämpfte Ball konnte zwar auf der anderen Seite nicht im Tor untergebracht werden, aber wenigstens war in der Defensive jetzt die notwendige Aggressivität und Kommunikation vorhanden. Immer näher kämpfte sich das Team der HSG heran. Als in der 38. Minute der zweite Steal in der Abwehr gelang und dieses Mal erfolgreich mit einem Tempogegenstoß abgeschlossen wurde, stand es plötzlich nur noch 23:21. Fünf Minuten später schaffte die HSG sogar den Ausgleich zum 25:25. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Zuschauer den ein oder anderen schöne Spielzug, eine mehr oder weniger sichere – aber dafür engagierte – Abwehr und einen herausragenden Torhüter gesehen, der als Höhepunkt artistisch von einem Pfosten zum anderen segelte und so einen starken Abschluss der Nürtinger parierte. Im Angriff gelang ein sehenswertes, wuchtiges – und vor allem gewolltes – Zuspiel von Halbrechts auf Linksaußen, welches dieser sicher im Nürtinger Gehäuse unterbrachte.
 
Was dann folgte: eine Parallele zur ersten Halbzeit. Plötzlich herrschte in der Abwehr wieder Stille, und im Angriff schlichen sich mangels Konzentration Fehler um Fehler ein. Das blieb nicht ohne Folgen. Fünf Minuten vor Spielende führte die wieder erstarkte TG Nürtingen mit 36:31. Der letzte Versuch, nach einer Auszeit mit offener Manndeckung zu spielen zeigte ebenso wenig Wirkung wie die letzten Angriffsversuche. Am Ende stand eine Niederlage mit 39:33 zu Buche. Ein Ergebnis, das in letzter Konsequenz vielleicht um zwei oder drei Tore zu hoch ausfiel, die Niederlage für die HSG trotz einiger Lichtblicke aber so in Ordnung geht.
 
Hoffen auf das erste Heimspiel
 
Das nächste Spiel ist gleichzeitig auch das erste Heimspiel der neuen Saison. Das Team würde sich mit Sicherheit immens freuen, am 22. September um 20 Uhr gegen die zweite Mannschaft des TV Plochingen möglichst viele Unterstützer in der Goldäckerhalle begrüßen zu dürfen. Neben dem Beiwohnen des Spielgeschehens lässt sich in bester Gesellschaft ganz hervorragend ein kaltes oder warmes Getränk zu sich nehmen, besonders der Kaffee sei wärmstens zu empfehlen. Den kann man nämlich im Vergleich zu der Alibi-Brühe in anderen Hallen tatsächlich als ziemlich seriös bezeichnen. Und Bier gibt’s natürlich auch... Most (hoffentlich) nicht. Was für ein Glück!
 

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